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Die Gemeinde Engelsbrand hat das Gebäude an der Hauptstraße mit der Nummer 8 gekauft, um darin Flüchtlinge unterzubringen. recklies
Die Gemeinde Engelsbrand hat das Gebäude an der Hauptstraße mit der Nummer 8 gekauft, um darin Flüchtlinge unterzubringen. recklies
05.05.2016

Neue Wohnungen für Flüchtlinge in Engelsbrand

Die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen hat in Engelsbrand nach aktuellem Stand erhebliche Auswirkungen auf die Einnahmen und Ausgaben der Kommune. Um für alle Eventualitäten gut gerüstet zu sein, hat Bürgermeister Bastian Rosenau dem Ratsgremium bei der jüngsten Sitzung einen Nachtragshaushalt präsentiert, in dem alle möglichen Einnahmen und vor allem Ausgaben in Zusammenhang mit dem Ausbau der Flüchtlingsbetreuung berücksichtigt sind.

Wegen großer Investitionen für Unterkünfte könnte die Kommune, die bislang schuldenfrei ist, bis zum Jahresende mehr als 1,2 Millionen Euro Schulden haben. Das Ratsgremium jedenfalls gab mit seiner mehrheitlichen Zustimmung zum Nachtragshaushalt grünes Licht für die möglichen Ausgaben – sollten diese erforderlich werden. Lediglich Thomas Supper von der Fraktion „Lebenswertes Engelsbrand“ enthielt sich bei der Abstimmung.

„Es ist nicht sicher, dass wir die Schulden auch wirklich machen müssen“, so Bürgermeister Bastian Rosenau, der darauf verwies, dass die Verwaltung bei der Erstellung des Nachtragshaushalts die Prognosen zur Unterbringung von Flüchtlingen von Anfang des Jahres als Basis genommen hatte. Sprich: die Aufnahme von 146 Menschen. Inzwischen sei die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, stark rückläufig.

Das Volumen des Gesamthaushalts der Gemeinde Engelsbrand erhöht sich durch die neue Finanzplanung um etwa 1,7 Millionen von 9,6 auf rund 11,3 Millionen Euro. Im Verwaltungshaushalt sind die Veränderungen recht überschaubar. Hier steigen die prognostizierten Einnahmen und Ausgaben um nur 58 000 Euro von 8,1 auf rund 8,2 Millionen Euro. Im Vermögenshaushalt indes sind Mehreinnahmen und -ausgaben von 1,6 Millionen Euro vorgesehen, so dass sich dieser auf rund 3,2 Millionen Euro erhöht und somit mehr als verdoppelt.

Investitionen sind vor allem zur Schaffung von neuen Unterkünften erforderlich. So hat die Gemeinde bereits das Gebäude an der Hauptstraße 8 zur Unterbringung von Flüchtlingen für 215 000 Euro gekauft. Für die Instandsetzung und den Ausbau des Dachgeschosses rechnet die Gemeinde mit weiteren 180 000 Euro Kosten. Auf diese Weise könnte zusätzlicher Wohnraum für 32 Flüchtlinge geschaffen werden. Auch denkt die Gemeinde darüber nach, einen Neubau für sozialen Wohnraum zu schaffen – für weitere 30 Personen. Die hier veranschlagten Baukosten liegen bei rund 800 000 Euro. Für beide Projekte kann die Gemeinde mit Zuschüssen in Höhe von 303 000 Euro rechnen.

Die Finanzierung soll für einen Kredit bei der KfW-Bank sowie über Darlehen bei anderen Instituten erfolgen. Auch hat Bürgermeister Rosenau Hoffnung, dass es noch einmal ein Milliardenprogramm der Bundesregierung für einen Null-Prozent-Kredit zum Bau von Flüchtlingsunterkünften gibt.