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Mitten in der Stadt ist derzeit die Baustelle am Mühlewehr. Planer Wolfgang Gross, hier im Bereich des Seitenkanals, geht davon aus, dass die Arbeiten an der Enz dort bis Weihnachten fertiggestellt sein werden. Darin, alte Anlagen zu ertüchtigen, sieht er einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Veraltete Technik dauerhaft abzubauen, koste Kommunen fast so viel, wie deren Sanierung und Weiterbetrieb, sagt Gross. Aktuell liege die Einspeisungsvergütung bei knapp 12 Cent pro Kilowattstunde.  Foto: Kraus 
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Lange steht das Badwehr in Neuenbürg nicht mehr. Die alte Anlage aus dem vorherigen Jahrhundert wird abgerissen und durch einen effizienteren Neubau ersetzt. Die Kosten allein dafür liegen bei gut 800 000 Euro. Es ist die letzte der vier Wasserkraftanlagen, die saniert wird. Die Bauzeit ist für 2021/2022 geplant.  Foto: Kraus 
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Für den Fischabstieg plätschert das Wasser verlangsamt über Stufen zur Anlage Eisenfurt.  Foto: Kraus 

Neuenbürg investiert gut drei Millionen Euro in seine vier Wehranlagen

Neuenbürg. Gut 666 Vier-Personenhaushalte könnte Neuenbürg mit Strom aus den vier Wasserkraftanlagen jährlich versorgen. Soweit ist man in der Stadt an der Enz noch nicht. Doch mit dem fortlaufenden Umbau der Wehre auf neueste Technik geht Planer Wolfgang Gross davon aus, dass ein durchschnittliches Energiepotential von drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr erreicht werden kann.

Drei Millionen Euro wird es die Stadt am Ende unterm Strich gekostet haben, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind. Dies ist für 2021/2022 geplant. Aktuell laufen die Arbeiten mitten in der Stadt am Mühlewehr, den Abschluss bildet der Neuaufbau des Badwehrs. Mit dem Denkmalschutz ist der Abriss schon besprochen. Die Arbeiten an den Anlagen Eisenfurt und Schleifmühle gelten seit 2012 als abgeschlossen.

Eigentlich wollte man längst fertig sein mit allen vier Wasserkraftanlagen. „Doch die zum Start 2007 noch nicht vorliegenden Hochwassergefahrenkarten seitens des Landes haben die Ausführungen zeitlich enorm nach hinten geworfen“, sagt Planer Gross. Der Verzug brachte durch die Preissteigerungen im Baugewerbe auch Mehrkosten mit sich. Die ursprüngliche Kostenschätzung lag bei 2,4 Millionen Euro. Ebenso konnte das Strompotential nicht voll ausgeschöpft werden.

Wie störungsanfällig alte Anlagen sein können, wenn nichts erneutert wird, daran erinnert Bürgermeister Horst Martin beim Vorort-Termin des Gemeinderats. Ein Defekt der Turbine führte vergangenes Jahr zum Komplettausfall der Anlage Eisenfurt. Jetzt läuft wieder alles. Kosten für die neue Turbine: 300.000 Euro.

Carolin Kraus

Carolin Kraus

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