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Gebündelte Maßnahmen:  Die Mehrheit im Gemeinderat hält eine Breitband-Untersuchung für die Gesamtstadt für sinnvoll. Als Resultat daraus könnte in Neuenbürg auch mehr Glasfaserkabel zum Einsatz kommen.
Gebündelte Maßnahmen: Die Mehrheit im Gemeinderat hält eine Breitband-Untersuchung für die Gesamtstadt für sinnvoll. Als Resultat daraus könnte in Neuenbürg auch mehr Glasfaserkabel zum Einsatz kommen. © dpa-Archiv
24.06.2009

Neuenbürg macht mehr Tempo beim Internet

NEUENBÜRG. Neuenbürg geht das Thema schnelleres Internet an. Nach zweistündiger Diskussion hat der Gemeinderat ein Beratungsunternehmen beauftragt, die Breitband-Infrastruktur in der gesamten Stadt zu untersuchen.

Zudem soll das Beratungsunternehmen Seim und Partner, das auch für Straubenhardt tätig ist, die Anträge für eine Förderung im Rahmen des Konjunkturpakets II sowie im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) stellen.

Vor allem Gewerbebetriebe seien immer häufiger auf schnelles Internet angewiesen, so Berater Kai Seim in der Gemeinderatssitzung. Und auch in Privathaushalten steige durch die neuen Möglichkeiten im Netz der Bedarf an Breitbandverkabelung. In Neuenbürg leiden vor allem die Höhenorte Dennach und Waldrennach unter einer unzureichenden Versorgung.

Entscheidung unter Druck

Mit der jetzt beschlossenen großen Lösung, die rund 40 500 Euro kostet, nimmt das beauftragte Beratungsunternehmen die Breitbandinfrastruktur der gesamten Stadt unter die Lupe und entwickelt Lösungsvorschläge für eine Verbesserung: Es ermittelt zunächst den Bedarf der Haushalte und Betriebe, begleitet Förderanträge und kalkuliert die Kosten für eine Gesamtplanung.

Da man noch nichts bis wenig wisse, sei eine Festlegung auf Kosten und den Zeitpunkt der Refinanzierung derzeit unseriös, sagte Seim auf entsprechende Nachfragen aus dem Gremium. Es gebe Kommunen, die ein ganzes Netz ausbauten oder dies mit einem privaten Partner verwirklichten. Als Gegenfinanzierung könne man dann von den Netzbetreibern Miete für die Nutzung der Leerrohre erhalten. Manche Kommune erhöhten in Neubaugebieten, in denen die Rohre gleich mitverlegt werden, die Quadratmeterpreise. Statistisch koste bei Glasfaserprojekten ein Haushaltsanschluss 3000 bis 4000 Euro, so Seim. Letztlich entscheide aber auch das Geschick der Stadt bei Förderanträgen über die Höhe der Kosten.

Gerade die Zuschussanträge setzten das Gremium bei der Entscheidung unter Zeitdruck. Denn die letzte Frist in diesem Jahr ist der 30. Oktober. Da die Berater jedoch mindestens drei Monate brauchen, um ihr Konzept auszuarbeiten, hätte ein späterer Beschluss möglicherweise die Förderung gefährdet. Daher scheiterte auch der Antrag von Peter Buchter, das Thema auf die nächste Gemeinderatssitzung zu vertagen. „Sie haben Ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, warf er der Stadtverwaltung fehlende Informationen vor. Mit seinem Antrag wollte er die Verwaltung dazu bringen, bis zum 14. Juli den Bedarf bei den Gewerbebetrieben selbst zu ermitteln, um dann das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Auch für Florian Steding waren die 40 500 Euro für die Breitband-Untersuchung zu viel Geld, das noch dazu nicht im Haushalt eingestellt ist: „Das können wir uns nicht leisten, ich bin gegen ein großes Gutachten“, konnte er den Bedarf nicht erkennen.

Als Kompromisslösung schlug Hans Büschel daher vor, die Breitband-Untersuchung nur für die Wilhelmshöhe, den Buchberg und die Kernstadt machen zu lassen. „Wir müssen in den Gewerbegebieten die neue Technik anbieten“, sagte er. Auch für Peter Kreisz ist klar, dass die Stadt nicht an der Glasfaser-Technologie vorbeikommt. Er plädierte aber wie Alfred Gerwig und Michael Klarmann für die große Lösung, die mehrheitlich beschlossen wurde: „In jedem Ortsteil hat es Gewerbe und wir sollten jetzt nicht an der Erhebung sparen“, so Klarmann.