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Gute Verbindung:  Glasfaser heißt das Zauberwort für schnelles Internet. Denn gerade in den Höhenstadtteilen Dennach und Waldrennach mangelt es an der Geschwindigkeit im Netz.
Gute Verbindung: Glasfaser heißt das Zauberwort für schnelles Internet. Denn gerade in den Höhenstadtteilen Dennach und Waldrennach mangelt es an der Geschwindigkeit im Netz. © dpa-Archiv
14.10.2009

Neuenbürg will Tempo machen beim schnellen Internet

NEUENBÜRG. Viele Internetnutzer in Neuenbürg sind unzufrieden. Vor allem in den Höhenstadtteilen klagen Privatkunden und Gewerbetreibende über die fehlende Geschwindigkeit im Netz. Dagegen will die Stadt etwas tun.

Der Gemeinderat hat beschlossen, beim schnellen Internet den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. So soll zunächst für die Breitbandversorgung eine ortsabdeckende Lösung angepeilt werden, die neben der Kernstadt auch die Stadtteile umfasst. Verwaltung und ein Beratungsbüro werden dazu nun einen Antrag ausarbeiten, um staatliche Fördergelder zu bekommen. Bei einem positiven Zuschussbescheid soll dann ein Modell erarbeitet werden, wie die städtischen Investitionmittel wieder reingeholt werden können.

Anschluss ans Glasfasernetz

Denn die Zeit drängt. Bis zum 30. Oktober müssen die Förderanträge gestellt sein, so Helmut Haag vom Beratungsbüro Seim und Partner. Er verwies zudem darauf, dass die Stadt damit zu nichts verpflichtet ist: „Sie müssen noch lange nicht bauen, wenn der Antrag genehmigt ist“, sagte Haag. Doch Handlungsbedarf besteht: Haag zufolge hat die Untersuchung zur Breitbandinfrastruktur eine große Unzufriedenheit in der Bevölkerung ergeben. „Vor allem Dennach und Waldrennach sind hochgradig unterversorgt“, so Haag.

Was also könnte man tun? Haag hatte Lösungsansätze im Gepäck: Zunächst müsse die Stadt ans deutschlandweite Glasfasernetz angeschlossen werden, Kabel der EnBW und der Sparkasse führten beispielsweise an Neuenbürg vorbei. Danach müsse ein Glasfaserverbindungsnetz für die Ortsteile aufgebaut werden. Dies könne durch Verlegung von Leerrohren, bei Straßenbaumaßnahmen oder oberirdisch geschehen. Für die Erschließung von Gewerbegebieten und Wohngebieten sei eine Förderung von bis zu 75 Prozent möglich.

Würde beispielsweise nur das Gewerbegebiet Wilhelmshöhe angeschlossen, bezifferte Haag die Kosten auf 85 000 Euro. Bei einer 75-prozentigen Förderung bleiben dann noch 20 000 Euro an Neuenbürg hängen. Auch Kooperationen mit Nachbarkommunen wie Straubenhardt seien denkbar. Zudem machte Stadtrat Ernst Finkbeiner darauf aufmerksam, dass die Leitung der EnBW auch an Dennach vorbei führe, hier also keine Leerrohrverlegung notwendig sei. Planer Haag hielt es für sinnvoll, für die Gesamtstadt etwas zu tun, also auch in Dennach und Waldrennach Glasfaser direkt in die Häuser zu verlegen und die Höhenstadtteile als sogenanntes Mustergebiet auszuweisen. „Ohne Breitband lässt sich heute kein Wohngebiet und kein Gewerbegebiet mehr verkaufen“, sagte Haag in Richtung Gemeinderat, der die Investition durchaus auch kritisch sah.

So warnte Florian Steding davor, sich „zu Tode zu bezuschussen“. Er hält angesichts der Kosten lediglich den Anschluss der Gewerbegebiete für finanziell stemmbar und nichts davon, Hoffnungen zu streuen. Auch für Christine Danigel stellte sich die Frage nach der Refinanzierung, zumal angesichts der unklaren Förderung eine Kostenrechnung derzeit nicht möglich ist. Andere Stadträte wie Heinz Faaß befürworteten eine abschnittsweise Realisierung. „Der Antrag ist ja keine Verpflichtung“, sagte auch Andreas Bittighofer, der schnelles Internet als einen weichen Standortvorteil bezeichnete. Lasse man Fristen verstreichen, gingen Firmen in Nachbargemeinden. Karl-Eugen Jetter erinnerte daran, dass es auch in den Ortsteilen viele Freiberufler gebe: „Man sollte die Versorgung auf jeden Fall prüfen lassen“, sagte er.