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Alfred Mignon hat bei "Wer wird Millionär" 125.000 Euro abgesahnt.
Alfred Mignon hat bei "Wer wird Millionär" 125.000 Euro abgesahnt. © dpa
09.05.2011

Neuenbürger Ex-Pastor sahnt bei "Wer wird Millionär" ab

NEUENBÜRG. Gelebte Nächstenliebe: Satte 125.000 Euro hat Alfred Mignon in der RTL-Sendung "Wer wird Millionär" gewonnen und fast alles verschenkt - an eine überschuldete Familie. In der TV-Show wurde er als Pfarrer aus dem oberbayrischen Otterfing bekannt. Was nur wenige wissen: Mignon war zehn Jahre als Pastor in Neuenbürg tätig.

Damit hat Andreas Neuweiler nicht gerechnet. Kaum hat der Neuenbürger Standesbeamte am Freitag den Fernseher angemacht, lächelt ihm der Mann entgegen, der ihn und seine Frau im Jahr 1989 in der Enzstadt getraut hat: Alfred Mignon war zehn Jahre lang bis 1995 Pastor der evangelisch-methodistischen Kirche in Neuenbürg. Und nun saß er in der RTL-Sendung „Wer wird Millionär“ als Kandidat.

Dass Mignon nur einen kleinen Teil seines Gewinns für sich behalten will, wundert den Standesbeamten Neuweiler nicht: „Er hatte schon immer ein großes Herz.“ Dass Mignon den Weg über eine Quizshow gegangen ist, überrasche hingegen schon, sagt der Neuenbürger: „Da hat er sich mächtig was zugetraut. Aber er war auch schon immer jemand mit einem eigenen Kopf.“

Um schnell an so viel Geld zu kommen, habe er eben nur zwei Möglichkeiten gehabt, sagt Mignon selbst: „Eine Quizshow oder ein Banküberfall. Letzteres lag mir aber fern.“ Näher rückt hingegen der nächste Aufenthalt im Enztal. Jedes Jahr verbringen er und seine Frau Eva-Maria dort ein paar Tage bei Freunden. „Es ist ein liebenswerter Landstrich. Und im Gegensatz zu anderen empfand ich das Tal nie als bedrückend, sondern als beschützend“, sagt der gebürtige Baden-Badener, der mit Neuenbürg vor allem die Kindheit seines heute 30-jährigen Sohnes, den kleinen Buchladen seiner Frau und die Herzlichkeit der Menschen dort verbindet: „Es ist uns damals schwer gefallen weg zu gehen.“ Mignon wurde im Jahr 1995 nach Siegen in Westfalen versetzt.