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Im Gebäude der Hega Apparatebau GmbH an der Robert-Grob-Straße in Neuenbürg sollen Asylbewerber untergebracht werden. Die Firma ist gerade dabei nach Kornwestheim umzuziehen. Foto: Ketterl
Im Gebäude der Hega Apparatebau GmbH an der Robert-Grob-Straße in Neuenbürg sollen Asylbewerber untergebracht werden. Die Firma ist gerade dabei nach Kornwestheim umzuziehen. Foto: Ketterl
Bürgermeister Horst Martin
Bürgermeister Horst Martin
28.10.2015

Neuenbürger Firmengebäude soll Flüchtlingsunterkunft werden

Auf dem Areal der Hega GmbH sollen 180 Asylbewerber unterkommen. Am Dienstag fand die Besichtigung in Neuenbürg durch Vertreter des Landratsamtes statt. Seit Ende Februar 2014 läuft ein Insolvenzverfahren gegen das Unternehmen. Man stünde seit Kurzem in Kontakt mit dem vom Eigentümer beauftragten Makler bezüglich der Anmietung der Halle zur Unterbringung von Flüchtlingen, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Ersten Landesbeamten des Enzkreises, Wolfgang Herz.

Die Stadt Neuenbürg und Bürgermeister Horst Martin seien davon unterrichtet worden. Laut Herz wurde das Gelände mit seiner Liegenschaft bereits am Dienstag von Vertretern des Enzkreises in Augenschein genommen. „Aus unserer Sicht und in Anbetracht der äußerst kritischen Unterbringungssituation ist das Gebäude gut geeignet“, teilte der Landrats-Vize mit. Weil noch eine Reihe wichtiger Fragen offen sei, könnten zurzeit keine weiteren Angaben gemacht werden“, heißt es außerdem in der Erklärung.

Für die Stadt Neuenbürg, die bisher rund 80 Asylbewerber dezentral in verschiedenen Wohneinrichtungen untergebracht hat, ist die Einquartierung von weiteren 180 Flüchtlingen eine große Herausforderung. „Der wir uns nur gemeinsam stellen können“, betont Bürgermeister Horst Martin, der auf einer öffentlichen Gemeinderatssitzung über die Situation informierte.

„Ich persönlich bin offen für die Aufnahme von Flüchtlingen. Diesen Menschen muss geholfen werden und dafür muss auch Neuenbürg seinen Beitrag leisten“, meint Bürgermeisterstellvertreter und Stadtrat Gerhard Brunner (UWV). Weil das künftige Flüchtlingsheim unterhalb der Stadthalle und in Reichweite des Neuenbürger Gymnasiums liegt, ist Brunner als Rektor sogar räumlich direkt von der Maßnahme betroffen. „Ich sehe deswegen aber keine Probleme“, sagt der Stadtrat.

UWV-Fraktionssprecher Matthias Schaubel analysiert die Sachlage dagegen schon etwas kritischer. „In größeren Asylbewerberunterkünften wie es hier der Fall ist, könnte es unter Umständen zu sozialen Konflikten kommen. Darauf müssen wir uns einstellen“, mahnt Schaubel. Trotzdem müsse man positiv an die zahlreichen Aufgaben herangehen, die jetzt auf die Stadt zukämen.

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