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© Symbolbild dpa
18.11.2015

Neuenbürger Gemeinderat stimmt für Asyl-Zeltstadt auf Fußballplatz

Neuenbürg. Der Neuenbürger Rat gibt grünes Licht: Für Flüchtlinge soll eine Zeltstadt im Breiten Tal entstehen. Der Enzkreis plant Gelder für das alte Übergangswohnheim in Waldrennach ein.

Die Unterbringung von Flüchtlingen nimmt in der Gemeinde Neuenbürg größere Dimensionen an. Im Oktober gab der Landkreis sein Interesse am Gebäude der ehemaligen Firma Hega auf der Wilhelmshöhe bekannt. Geplant ist nun auch, auf dem Neuenbürger Fußballplatz im Enztal hinter dem Freibad eine Zeltstadt für Asylbewerber einzurichten. Für diese Variante hat der Neuenbürger Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung mit 14 Ja- und sieben Nein-Stimmen grünes Licht gegeben.

Dem Votum war allerdings eine längere Debatte vorausgegangen. Bürgermeister Horst Martin hatte den Stadträten empfohlen, sich für eine der beiden Standortalternativen zu entscheiden. Gleichzeitig plädierte er selber für die Variante im Enztal. Das sei finanziell und organisatorisch die einfachere Lösung, betonte Martin. „Auf der Wilhelmshöhe können wir die Uhr nicht so einfach wieder zurückdrehen.“ Außerdem hielt er fest, dass sich Neuenbürg mit einer Unterbringungsquote von 1,12 Prozent, gemessen an der Einwohnerzahl, im vorderen Viertel aller Enzkreis-Gemeinden bewege.

Unterstützung für seinen Vorschlag erhielt der Bürgermeister von UWV-Stadtrat Gerhard Brunner, der zwei Vorteile anführte: Zum einen hätte man im Hinblick auf die Zeltstadt im Breiten Tal mehr Vorbereitungszeit. Und zum anderen würden die geplanten 180 Flüchtlinge – statt in einem Großgebäude – dort in kleineren Zelteinheiten von etwa 40 Personen untergebracht. Das sei angenehmer und helfe auch, soziale Spannungen zu vermeiden.

Harsche Kritik für die Unterbringung im Enztal setzte es dagegen von SPD und Grüner Liste. Ulla Ohaus (SPD) bezweifelte, dass die oft traumatisierten Flüchtlinge mit Kindern oder Säuglingen in Zelten menschenwürdig untergebracht wären. Zudem stehe der Winter vor der Tür. Kerstin Bohn (Grüne) forderte, man müsse die Bürger mehr in diese Entscheidungsprozesse einbinden und informieren. Ähnlich argumentierte Fraktionskollegin Christine Danigel: „Die Bürger fürchten das Unbekannte. Deshalb müssen Begegnungen stattfinden. Das ist im Enztal aber nur schwer möglich.“

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