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Beim Neujahrsempfang der CDU in Straubenhardt (von links): Helge Viehweg, Matthias Iser, Susanne Eisenmann, Gunther Krichbaum, Thomas Blenke und Philipp Dörflinger.  Foto: Fux 

Neujahrsempfang der CDU: Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann zu Gast in Straubenhardt

Straubenhardt-Conweiler. Eine volle Turn- und Festhalle bescherte Kultusministerin Susanne Eisenmann, die auch Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021 ist, der CDU Straubenhardt und der Jungen Union Pforzheim-Enzkreis bei ihrem gemeinsamen Neujahrsempfang in Conweiler. „Bis zur Landtagswahl ist es ein politischer Marathonlauf, den nicht der gewinnt, der vorne liegt, sondern der, der die beste Kondition hat“, betonte Straubenhardts CDU-Ortsvereinsvorsitzender Matthias Iser. „Grundlage muss ein gutes ausdifferenziertes Bildungssystem sein und keine Gleichmacherei“, spielte er den Ball der Kultusministerin zu.

Doch Eisenmann hatte nicht nur ihr Ressort im Blick, sondern auch die Verrohung der Gesellschaft, die Digitalisierung, gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und deutlich kürzere Planungsverfahren. „Die Schweiz plant und baut den Gotthard-Tunnel innerhalb von vier Jahren“, so die CDU-Spitzenkandidatin. Politik soll nicht vorgeben, was die Mobilität der Zukunft ist. Denn Baden-Württemberg sei zwar ohne Bodenschätze, dafür das Land der Tüftler und Denker. „Wer es nicht im Boden hat, muss es in der Birne haben“, sagte Susanne Eisenmann.

Demokratie lebe von bestmöglichen Kompromissen, so die Ministerin. „Wir haben das Thema Demokratie und Bildung wieder im Lehrplan verankert. Dies war eine Forderung des Landesschülerbeirats“, unterstrich die Kultusministerin und blickte zu ihrem obersten Schüler Leandro Cerqueira-Karst, dem Vorsitzenden des Landesschülerbeirats, der aus dem Enzkreis stammt. Vieles sei in der Wahrnehmung verschoben: „Mein Kind kann machen, was es will – Haupt- sache es macht Abi“, gab Eisemann die Einstellung vieler Eltern wieder. „Mir hat noch nie jemand einen promovierten Kulturwissenschaftler vorgestellt, der mehr verdient als ein Schreinermeister“, verwies Susanne Eisenmann auf Handwerk und Handel sowie auf die Wichtigkeit einer verbindlicheren Grundschulempfehlung. Auch könne die Schule kein Reparaturbetrieb der Gesellschaft sein. „Dafür sind meine Lehrer nicht zuständig“, so die Kultusministerin.

Eisenmann ging nicht auf Angriff, sondern auf Inhalt, fand aber dennoch klare Worte, beides schätzt auch Straubenhardts Bürgermeister Helge Viehweg an ihr, der hervorhob, dass in Kommunen nicht mit Parteibrillen oder in Farben gedacht werde. Es gehe darum, Antworten zu geben. „Als ehemalige Bürgermeisterin wissen Sie, wie es uns geht und wo der Schuh drückt“, wandte sich Viehweg an Eisenmann.

CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum unterstrich: „Es liegen gute Jahre hinter uns, in denen vor allem die CDU-Verantwortung getragen hat.“ Die Flüsse und Seen seien noch nie so sauber gewesen und die erneuerbaren Energien seien von ehemals unter fünf Prozent auf über 43 Prozent angestiegen. Krichbaum verwies auf „Hidden Champions“ und Vollbeschäftigung. „Wir sind wohlstandsverwöhnt“, gab der Bundestagsabgeordnete zu bedenken und betonte, dass es wichtig sei, Ökonomie und Ökologie in Balance zu bringen, sich im Bereich der Digitalisierung gut aufzustellen und Arbeitsplätze von morgen zu schaffen.

„Lasst uns die Zukunft gemeinsam in die Hand nehmen“, forderte Philipp Dörflinger, Kreisvorsitzender der Jungen Union, dem ein freier Zugang zur Bildung wichtig ist. Musikalisch wurde der Empfang von Charis-Joy Oehlschläger (10) und Wadislaw Peszynski (14), beides Schüler der Jugendmusikschule Neuenbürg/Straubenhardt, am Klavier umrahmt.