nach oben
Die offene Pergola auf dem Marktplatz Niefern war 2014 gut für einen Mai-Scherz: Ein Glasdach ist aus Sicht des Gemeinderats aber zu teuer. Foto: Tilo Keller, Archiv
Die offene Pergola auf dem Marktplatz Niefern war 2014 gut für einen Mai-Scherz: Ein Glasdach ist aus Sicht des Gemeinderats aber zu teuer. Foto: Tilo Keller, Archiv
Neue Bauformation: Der Hof der Grundschule in Niefern wurde vor einigen Jahren größer, zudem hat die Gemeinde das Nachbargebäude (weiß) an der Friedenstraße mit der Schulkindbetreuung aufwendig saniert. Die Kosten für die Modernisierung des Hauses sind höher als erwartet, monierte der Gemeinderat. Einem Abriss habe bei der Planung aber niemand das Wort geredet, so die Verwaltung. Foto: Tilo Keller
Neue Bauformation: Der Hof der Grundschule in Niefern wurde vor einigen Jahren größer, zudem hat die Gemeinde das Nachbargebäude (weiß) an der Friedenstraße mit der Schulkindbetreuung aufwendig saniert. Die Kosten für die Modernisierung des Hauses sind höher als erwartet, monierte der Gemeinderat. Einem Abriss habe bei der Planung aber niemand das Wort geredet, so die Verwaltung. Foto: Tilo Keller
24.02.2016

Niefern: Für Regenschutz muss jeder selbst sorgen

Bei schlechtem Wetter müssen Besucher von Veranstaltungen auf dem Nieferner Marktplatz weiter einen Regenschirm mitbringen. Die in die Jahre gekommenen Holzbalken auf dem Platz in der Ortsmitte werden jetzt doch nicht mit einer Glasüberdachung umgestaltet.

Der Gemeinderat Niefern-Öschelbronn hat die Pläne für die Pergola mit großer Mehrheit gekippt. Ein guter Regenschutz mit Sicherheitsglas hätte rund 240 000 Euro gekostet, sagte Planer Volker Boden in der Ratssitzung – diese Kosten waren für die Ratsrunde allerdings zu hoch.

Ende des vergangenen Jahres war im Gemeinderat noch alles klar für eine erneuerte Pergola. Auch im Haushaltsplan 2016 waren die Weichen für einen Umbau gestellt – 200 000 Euro hatte die Rathausverwaltung in den Etat eingestellt. Volker Boden erläuterte damals seine Ideen: Er schlug vor, den Säulengang auf zwei Bereiche mit 14 und 18 Quadratmetern zu vergrößern. Die Gemeinderäte forderten ihn auf, alternativ zum Glasdach auch die Kosten für Solarbausteine zur Stromerzeugung zu berechnen. Die Konstruktion mit Sonnenstrom wäre nicht nur teurer gewesen (rund 265 000 Euro), aus Sicht von Volker Boden hätte sie „auch nicht gut ausgesehen“. Eine Anlage mit Solarelementen wäre zu massiv ausgefallen, da waren sich die Bürgervertreter, Schultes Jürgen Kurz und Volker Boden einig. „Wir dürfen den Marktplatz nicht verschandeln“, sagte zum Beispiel CDU-Fraktionsvorsitzender Udo Hummel.

Blieb das Kostenproblem für eine bessere Pergola. Und sagten mehrere Gemeinderäte: Das ist uns zu teuer, das ist zu viel Geld angesichts von Herausforderungen wie der Versorgung von Asylsuchenden. Da müsse die Kommune Wohnraum mitfinanzieren. „Für das Geld, das die Pergola kostet, könnten wir ein neues Wohnhaus bauen“, sagte Volker Siedentopf, Sprecher der LMU-Fraktion.

„Sie müssen sich nun entscheiden, was sie wollen“, suchte Bürgermeister Kurz einen Beschluss. In der Abstimmung waren Erik Schweickert (FW/FDP) und Nicole Saam (CDU) für ein Glasdach, die Mehrheit des Ratsgremiums stimmte aber dafür, auf dem Marktplatz nichts zu machen. Für kleines Geld soll die Holzpergola ausgebessert werden, so Kurz.

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.