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Nur zweimal am Tag zeigt die Uhr am Turm der evangelischen Stadtkirche am Kurplatz die richtige Zeit: um 3.36 Uhr und um 15.36 Uhr.  Foto: Schabert 

Noch immer steht die Zeit am Wildbader Kirchturm still: Wer zahlt die Reparatur?

Bad Wildbad. Seit einem halben Jahr steht am Kirchturm der evangelischen Stadtkirche in der Bäderstadt die Zeit gewissermaßen still: Die Kirchturmuhr versagt ihren Dienst, und mit einer kleinen Wartung ist es nicht getan. Die Kosten für eine Reparatur belaufen sich laut Voranschlag auf mehrere Tausend Euro.

Susanne Zeimet, die Leiterin Immobilienmanagement im Bauamt der Stadtverwaltung Bad Wildbad, will sich jetzt nochmals kräftig dahinter klemmen und die Instandsetzung oder Erneuerung forcieren. Damit geht es seit Monaten nicht vorwärts. Deshalb ist es an der evangelischen Stadtkirche stetig 3.36 Uhr oder 15.36 Uhr. Hintergrund, dass nichts geschieht, sind letztlich Zuständigkeitsfragen – und damit verbunden natürlich das liebe Geld.

Wartungsvertrag mit der Stadt?

Stéphane Castel vom Amt für Vermögen und Bau in Pforzheim weiß zwar von grundsätzlichen Verantwortlichkeiten des Landes für die Kirche. Aber für die Uhr zeige ein Wartungsvertrag zwischen Stadt und der Firma Perrot in Calw, dass hier die Kommune eingebunden sei. Deshalb sei ja auch das Angebot für die aufwendigen Arbeiten an die Stadt gegangen. Dem widerspricht Susanne Zeimet. Zwar habe man früher vom Rathaus aus kleinere Beträge für Reparaturen schon getragen. Dies sei aber freiwillig oder versehentlich geschehen. Ein Wartungsvertrag bestehe nicht und Haushaltsmittel stünden nicht zur Verfügung. Inzwischen habe die Nachsuche Unterlagen zutage gefördert, nach denen Kosten für die Uhr neben anderem der Staat zu tragen habe. Im Zusammenwirken mit der Oberfinanzdirektion seien 1976 die alten vertraglichen, bis heute gültigen und im Rathaus vorliegenden Regelungen für alle Teile ermittelt worden. An Turm und Uhr der Gotteshäuser sind die Gemeinden als Kostenträger oft beteiligt. Aber im Staatsbad, so die Fachfrau, habe eben der Staat größere Pflichten übernommen.

Uralte Vereinbarungen

Es ist üblich, dass dies von Kirche zu Kirche unterschiedlich vereinbart ist. Die getroffenen Regelungen sind meist uralt und im vorletzten Jahrhundert in Verträge geflossen. Bleibt zu hoffen, dass man sich bald einigen kann und Uhr und Glockenschlag wie von alters her wieder gemeinsam die Zeit vermitteln. Dies wäre auch Pfarrer Gottfried Löffler recht, der dies im Gespräch mit dieser Zeitung schon im Februar bekräftigte. Auch die Kirche würde nach seinen Worten einspringen, wenn es um einen kleinen dreistelligen Betrag ginge. Aber man müsse von 4000 bis 5000 Euro ausgehen.