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Dieter Karcher wohnt 600 Meter neben der Autobahn. Foto: Privat
Dieter Karcher wohnt 600 Meter neben der Autobahn. Foto: Privat
21.05.2019

Nöttinger Lärmschutz-Petition abgelehnt: Dieter Karcher hofft dennoch auf Besserungen

Remchingen. Nach der Nöttinger Ortsumfahrung ist jetzt auch die zweite Petition aus der Gemeinde entschieden: Dieter Karcher aus Nöttingen hatte Verbesserungen beim Lärmschutz an der A 8 angemahnt – nun wurde ihm mitgeteilt, dass sein Ansinnen vom Landtag entsprechend der Empfehlung des Petitionsausschusses abgelehnt wurde. Karcher reagiert enttäuscht auf die Entscheidung und hofft, dass er sein Ziel doch noch erreichen kann.

Der Nöttinger hatte sich im November 2017 an den Petitionsausschuss gewandt. Er wollte zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen entlang der ausgebauten Autobahn durchsetzen. Das sei nötig, weil der Lärmschutz auf falschen Berechnungen basiere. Das räumt der Ausschuss zwar ein. Es wird in der ausführlichen Begründung aber darauf hingewiesen, dass die Betroffenen rechtzeitig gegen das Gutachten hätten klagen können – es bestehe kein Rechtsanspruch auf eine Nachbesserung. Dennoch sei der Bund aktiv geworden und habe einiges getan, um die Lärmbelastung zu reduzieren. Unter anderem durch Lärmschutzfenster sei erreicht worden, dass die Grenzwerte mittlerweile eingehalten würden. Weitere Maßnahmen, wie Lärmschutzwände auf den beiden Brücken seien schwierig: An der Klosterwegbrücke sei der Aufwand erheblich, würde aber nur geringe Verbesserungen bringen. Auf der Pfinztalbrücke lasse die Statik nicht zu, eine Mittelwand zu errichten. Entlastung werde es geben, wenn bei der nächsten turnusmäßigen Erneuerung des Belags Flüsterasphalt verwendet werde.

Dieter Karcher ist enttäuscht und hat sich erneut schriftlich an den Petitionsausschuss gewandt. Rechtzeitige Einwände zum Gutachten von 2004 seien zwar versäumt worden. „Doch aus welchem Anlass sollten wir Dorfbewohner die damalige Arbeit in Frage stellen?“ Ihm gehe es um die Korrektur des „schwierigen Lärm-Berechnungsfalls.“ Den Ausgleich fehlenden Schallschutzes durch Maßnahmen wie schallisolierende Fenster sehe er als „Provisorium einer verbesserungswürdigen Arbeit“. Zum schwierigen Schallschutz auf den Brücken macht er den Vorschlag, Leichtschutzwände zu verwenden, die mit relativ wenig Kosten verbunden seien. Karcher bittet den Ausschuss, diese Idee zu überdenken. Und nicht nur Flüsterasphalt zum nächstmöglichen Termin einzubauen – sondern auch die Schutzwände, die ein „wesentlicher Beitrag zum Lärmschutz“ seien.