nach oben
Symbolbild dpa
Symbolbild dpa
02.05.2019

Obstwiesen als Zankapfel: Apfelbäume in Wimsheim sollen nicht dem Wohnungsbau geopfert werden

Wimsheim. Zum Zankapfel wurden im Gemeinderat Wimsheim die Streuobstwiesen nördlich der Mönsheimer Straße. Einige Räte wollten dort eine mögliche Wohnbebauung nicht ausschließen, für andere ist es undenkbar, dass die Apfelbäume Häusern weichen sollen.

Stein des Anstoßes war ein Suchlauf für mögliche Ausweisungen von Wohnbaugebieten, die nach dem Baugesetzbuch Gemeinden die Möglichkeit bieten, relativ kurzfristig und ohne die Schaffung von Ausgleichsmaßnahmen oder Berücksichtigung eines Umweltberichts die Nachfrage nach Wohnbauflächen zu befriedigen.

Diese Flächen müssen sich allerdings an die im Zusammenhang bebauten Ortsteile anschließen und die bebaubare Grundfläche des Gebiets darf 10.000 Quadratmeter nicht überschreiten. Die Haken: Die Regelung ist befristet. Der Aufstellungsbeschluss muss bis zum 31. Dezember dieses Jahres und der Satzungsbeschluss spätestens zwei Jahre später gefasst sein.

Bereits 2017 hatte der Rat mehrere Bereiche für einen Suchlauf ausgewählt und ein Planungsbüro damit beauftragt. Nun stellte die Planerin die Ergebnisse vor. Vorrangig empfahl die Fachfrau die Fläche „Tannweg/Nördlich des Neubaugebiets Frischegrund“ mit 3,1 Hektar. Eine Empfehlung gab es auch für ein 1,9 Hektar großes Gebiet „Breitlohweg/Friedhof“. Nicht empfehlen konnte das Büro einen Bereich nördlich der Kreisstraße 4568 Richtung Mönsheim. Denn dagegen sprachen der dortige Streuobstbestand, die Topographie und der Schalleintrag.

FWV-Gemeinderat Günter Stallecker war es, der einen langen Streit entfachte, denn er wollte das Gebiet in der derzeitigen Planungsphase noch nicht ausschließen, scheiterte aber am Ende der Abstimmung mit seinem Vorschlag, der von Axel Heinstein (Bürger für Wimsheim) in der Diskussion unterstützt wurde.

Ganz anders beurteilte Klaus Bohnenberger (FWV) die Situation: „Wir haben viele Reserven. Wir brauchen dieses Gebiet als Wohnbauflächen nicht. Außerdem müssten wir dann andere Gebiete wie ‚Wental II‘ oder ‚Rotswiesen‘ zurückstellen“, gab Bohnenberger zu bedenken.

„Wir können doch nicht Streuobstwiesen mit Zuschüssen fördern und dann 200 Obstbäume opfern. Wir machen uns lächerlich“, konnte es Rita Boller (Wimsheim Miteinander) nicht fassen und verwies auf etliche Hochstämme.

„Wir verlieren für Wimsheim etwas Wesentliches“, unterstrich Roland Holz (WM). „Wehret den Anfängen“, sagte Stefan Döttling (BI), der das Gebiet auch nicht länger im Rennen halten wollte. „Die Streuobstwiesen gehören zu Wimsheim und sind typisch für die Gemeinde“, urteilte Sandra Beck Lankocz (BI). Eine ganz andere Ansicht vertrat stattdessen Berthold Lauser (FWV): „Das sind gar keine richtigen Obstbäume. Das ist eine Art Spalierobst.“ Nicht weiter verfolgt aufgrund der Topographie wird auch das Gebiet „Silcherstraße“ mit 0,3 Hektar. Außerdem ist in der Nähe ein Aussiedlerhof.