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Zugmaschinen und Zugtiere traut vereint: Während der Wagen des Weingutes Otto Keller vom Traktor gezogen wird, wird der Umzugswagen des Spatzenhofes von Kühen bewegt. Schott
Der Wagen des Reit- und Fahrvereins der Lerchenmühle wurde von einem Gespann prächtiger Kaltblut-Pferde gezogen
Katharina Bauer vom Ölbronner Spatzenhof auf Kuh „Marie“.
Als Bienchen gingen die Kinder des Steinbeiskindergartens Ölbronn.
Erstklässler der Eichelbergschule.
04.10.2015

Ölbronn feiert traditionelles Erntedankfest

Am Tag des traditionellen Erntedankumzuges aufzuwachen und festzustellen, dass es regnet, geht ganz schön an die Nerven. Jedenfalls wenn man, wie Joachim Neuhaus, Vorsitzender des Musikvereins Ölbronn, Organisator und Umzugsleiter des örtlichen Großereignisses ist.

„Nicht zum ersten Mal haben wir gestern wieder bangen müssen“, sagt Neuhaus. Aber schließlich wurde alles gut. Zwar gab es kein Bilderbuchwetter, aber es war trocken, als die gut zwei Dutzend Wagen und Aufzüge von Vereinen und Gruppierungen in der Talstraße ihre Positionen bezogen.

Von dort zog der Tross, aus dem es an Ross und Reitern keinen Mangel gab, über die Untere und Obere Steinbeisstraße in Richtung Erntedankfest in der Gemeindehalle. In der Tat macht es den ganz besonderen Charme des Ölbronner Umzuges aus, dass neben der Präsentation der pflanzlichen Erzeugnisse des landwirtschaftlichen Jahres auch eine Vielzahl an Tieren beim Umzug mitlaufen. Ein schon vertrauter Anblick sind die imposanten und folgsamen Kühe des Ölbronner Spatzenhofes der Familie Keller. Sie ziehen nicht nur treu und brav den mitgeführten Festwagen. Kuh „Marie“ hat sogar einen Sattel aufgeschnallt und trägt ohne Murren und Muhen ihre Reiterin.

Auf prächtigen Rassepferden eröffneten Rose und Thomas Kurfiss als Festreiter den Umzug. Auch der Erntewagen mit der Ährenkrone, den viele Helfer in feiner Detailarbeit aus dem eigens für diesen Zweck geborgenen Getreide geflochten und gesteckt haben, wurde von Pferden gezogen. Gleich ganze sieben Schwarzwälder und Süddeutsche Kaltblüter hatte der Reit- und Fahrverein der Lerchenmühle mitgebracht. Sie zogen zwei große Wagen mit langen Baumstämmen und ofengerecht gehacktem Brennholz und illustrieren damit vorzüglich das Thema „Bei der Holzernte“. Die evangelische Kirchengemeinde machte unter dem Motto „Der Wurm ist im Turm“ auf die Schäden am Kirchengebäude, vor allem an dessen Turm, aufmerksam. Dabei erhielt sie Unterstützung vom Gesangverein „Liederkranz“ Ölbronn. Als „Sängerschweinchen“ verkleidet sammelten die Sängerinnen und Sänger mit ihren Sparschweinen für die Sanierung des Kirchturmes.

„Das Baugewerbe darf nicht ruhn, in der Lau gibt’s viel zu tun“, befand der Schützenverein im Hinblick auf das Neubaugebiet. Auch Kleintiere sollten in der Lau ein Zuhause finden, regten die Kleintierzüchter mit Kaninchen und Hühnern im Schlepptau an. Eine „Bierkönigin“ führte der Formel Eins Club mit sich. Auf Rebensaft setzte das Weingut Otto Keller und die Winzergenossenschaft Knittlingen. Die Kinder der Eichelbergschule gingen ganz ungeschminkt als Erstklässler und konnten so ihre Tüten nochmals nutzen. Die Kindergartenkinder erfreuten als Sonnenkinder und Bienchen. Der Wagen der Landjugend glänzte mit allerhand Obst und Gemüse von heimischen Feldern. Freigiebig mit Süßigkeiten, begleiteten Ölbronn-Dürrns Bürgermeister Norbert Holme und Musikvereinsvorsitzender Joachim Neuhaus den Umzug.