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Großeinsatz der Nieferner Feuerwehr auf dem Rastplatz: 2013 hatte ein Laster 400 Liter Diesel verloren, nachdem bei einem  Unfall die Verbindungsleitung zwischen den Tanks gerissen war. Das Benzin drohte die Enz zu verunreinigen. Foto: Ketterl, Archiv
Großeinsatz der Nieferner Feuerwehr auf dem Rastplatz: 2013 hatte ein Laster 400 Liter Diesel verloren, nachdem bei einem Unfall die Verbindungsleitung zwischen den Tanks gerissen war. Das Benzin drohte die Enz zu verunreinigen. Foto: Ketterl, Archiv
17.12.2015

Offene Umweltfragen nach Benzinunfällen an der A8-Raststätte

Niefern-Öschelbronn warnt vor den Gefahren für die Gemeindekanalisation, wenn an der Tankstelle der Autobahnraststätte etwas passieren sollte. Ob der Bund die Tank- und Rastanlage an der A8 verlegt wird, entscheidet sich 2016.

Ein kleiner Unfall, der aber große Folgen hätte haben können, beunruhigt die Niefern-Öschelbronner Rathausverwaltung. Vor rund einem halben Jahr goss ein Autofahrer auf der Tank- und Rastanlage Benzin in einen Gully, der Kraftstoff gelangte in die Kanalisation der Gemeinde. Es bestand die Gefahr, dass der Boden im Wasserschutzgebiet bei der Raststätte verunreinigt wird oder der Treibstoff über den Schillbach in die Enz fließt. Dafür gab es am Ende keine Hinweise. Doch für Bürgermeister Jürgen Kurz war der Vorfall ein erneuter Anstoß, seine Forderung ans Land zu bekräftigen, die komplette Rastanlage aufzugeben.

Nach dem neuerlichen Tankunfall habe die für den Rasthof zuständige Autobahnmeisterei Karlsruhe sofort den Kanal und zur Sicherheit auch noch den Benzinabscheider der Tankstelle gereinigt, sagt dagegen Uwe Herzel als Sprecher des Regierungspräsidiums (RP).

Für die Gemeinde bleibt die Raststätte eine sensible Stelle. Vor zwei Jahren habe dort zum Beispiel ein Sattelzug rund 400 Liter Diesel verloren. Die Nieferner Feuerwehr musste mit 30 Mann ausrücken. Wie kam es zu dem aktuellen Tankunfall? Der Fahrer eines Wagens mit französischem Kennzeichen hatte Ende Mai nachts zur falschen Zapfpistole gegriffen und statt Diesel Superbenzin getankt. Bevor er weiterfuhr, bemerkte er den Irrtum. Da er einen teuren Motorschaden verhindern wollte, pumpte er den Tank leer und goss rund 30 Liter Benzin in einen Einlaufschacht. Für diese Kanäle gebe es keine Rückhalteeinrichtungen, kritisieren die Gemeindewerke. „Das ist leider der jetzige Bestand“, sagt Herzel. Das werde bei der geplanten Modernisierung des Rasthofs verbessert, die heutigen Umweltvorschriften seien schärfer als früher.

„Beim nahen Gewerbegebiet, das wir am Reisersweg bauen wollen, schließen wir von vornherein Betriebe aus, von denen eine Gefahr fürs Wasserschutzgebiet ausgehen könnte“, sagt Bürgermeister Jürgen Kurz. Für ihn ist klar: „Wir wollen die Rastanlage mit der Tankstelle nicht mehr.“