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Ohne Blaulicht zu Notfällen.
Ohne Blaulicht zu Notfällen
15.11.2011

Ohne Blaulicht zu Notfällen

SCHÖMBERG. Einen klaren Rückschritt in der Notarzt-Versorgung im Kreis Calw vermeldet der Schömberger Notarzt Peter Löffelhardt. Sein 14 Jahre altes Einsatzfahrzeug hat den Geist aufgegeben – nun ist er bei seinen Fahrten mit seinem Privatwagen unterwegs: ohne Sondersignal und ohne Sonderrechte im Straßenverkehr.

Das hat Folgen: „Im Schnitt brauche ich fünf Minuten länger, bis ich beim Patienten bin“, zieht er Bilanz. Zur Erinnerung: Löffelhardt hat in Bieselsberg keinen offiziellen Notarzt-Status. Er unterstützt die Arbeit der Notärzte im Kreis Calw. Mit diesem System konnte man entscheidende Verbesserungen bei den Einsatzfristen erreichen. Früher wurden im Kreis Calw nur in 78 Prozent der Fälle die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, nach denen innerhalb von 15 Minuten Hilfe vor Ort sein sollte. Mit Löffelhardts Einsatz und dem neuen Notarzt-Standort in Altensteig lag die Quote bei 93 Prozent. Diesen Erfolg sieht der Notarzt nun gefährdet.

Er hofft, dass die Krankenkassen – allen voran die AOK – unbürokratisch in die Bresche springen. Denn eigentlich müssen die Kostenträger nur bei offiziellen Notarzt-Standorten die Kosten für die Ausrüstung übernehmen, also beispielsweise das Fahrzeug finanzieren. Bei seiner unterstützenden Arbeit werden lediglich die Einsätze gezahlt. Dennoch habe die AOK immer signalisiert, dass man eine Lösung finden werde. Das bestätigte Hartmut Keller, Stellvertretender Geschäftsführer der AOK Nordschwarzwald: „Wir werden uns mit Löffelhardt schon demnächst an einen Tisch setzen, um das Problem zu lösen.“ „Derzeit hänge ich in der Luft“ so Löffelhardt. „Ich muss gemütlich zu den Notfällen tuckern – das ist nicht gut.“ sab