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Die „Old Blind Dogs“ bei ihrem gelungenen Auftritt in der Turn- und Festhalle Zaisersweiher.  Foto: Frommer 

„Old Blind Dogs“ überzeugen in Zaisersweiher

Maulbronn-Zaisersweiher. Er kann sich in der Turn- und Festhalle den verbalen Seitenhieb auf den Brexit nicht verkneifen: „Wir Schotten wären gerne mit Euch in der EU!“ Den griffigen Refrain des sich unmittelbar an sein Statement anschließenden Traditionslieds – „Tae The Beggin I Will Go“ – singt das Saalpublikum der 2 G-Veranstaltung sofort mit.

Mit „Suite Bretonné“ lässt das Quartett der „Old Blind Dogs“ ein mitreißendes Dance Tune folgen – und schon juckt es einige im Publikum offensichtlich im Tanzbein. „Terror Time“, gesungen vom Bandleader an der Fiddle, Jonny Hardie, und gleich darauf „Sir Steve Huska“, geschrieben von Ali Hutton, dem jungen Piper der Band, treiben die typischen Klangfarben der mehrfach bei den Scots Trad Music Awards als „Best Live Act“ ausgezeichneten Formation weiter voran. Jonny Hardie und Aaron Jones übernehmen abwechselnd den Gesang – immer mit dem aufpeitschenden Rückenwind von Drummer Donald Hay, der seine Felle und Becken mit wild zerzausten blauen Plastikbesen bearbeitet, die er humorig nur „Monster Brushes“ nennt und mit einem Hammer „in Form“ gebracht hat. Sein Schlagzeug ist immer ausgesprochen präsent, erscheint aber nie zu dominant, sondern ganz nahe am sonoren, aber dennoch druckvollen Sound einer keltischen Rahmentrommel. „Bunker Hill“ und „Wild Mountainside“ beschließen den markanten ersten Set. Pizzicati und Flötenklänge zu „Knucklehead Circus“ eröffnen die zweite Konzerthälfte. Ali Hutton legt die Flöte wieder zur Seite und den Dudelsack rasch wieder an – der meldet sich wie eine schneidige Fanfare markant zurück. Partystimmung im Saal: Die Zuhörer klatschen entfesselt mit oder tanzen. Schon jetzt könnten die „Old Blind Dogs“ das Konzert mühelos auf einen ausgelassenen Höhepunkt steuern, doch sie nehmen Fahrt raus und legen erst einmal getragene, betont melodische Stücke wie „Earl o March`s Daughter“ und „The Twa Corbies“ nach. Aber aufgeschoben, ist nicht aufgehoben, die Party kommt noch: mit Titeln wie „Harry Brewer“, „Highland Lassie“, viel Applaus und einer üppigen Zugabe.

Wer das Konzert der „Old Blind Dogs“ in Zaisersweiher versäumt hat, kann den Konzertgenuss noch nachholen: An diesem Dienstag, 2. November, tritt das Quartett im Gasometer Pforzheim beim Folkclub Prisma auf.

Weitere Informationen unter: www.irishfolknights.dewww.oldblinddogs.co.uk