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Zahlreiche Besucher beim Start der Rallye an der Stadthalle Neuenbürg: Hier die ältesten Fahrzeuge von Ulrich (vorne) und Michael Schleeh aus Straubenhardt – Ford-A-Modelle von 1930 und 1931. Foto: Molnar
Zahlreiche Besucher beim Start der Rallye an der Stadthalle Neuenbürg: Hier die ältesten Fahrzeuge von Ulrich (vorne) und Michael Schleeh aus Straubenhardt – Ford-A-Modelle von 1930 und 1931. Foto: Molnar
Viel Platz in seinem Militärfahrzeug von 1942 hatte Engelbert Ruzijn aus Pforzheim, der neben Frau Martina auch Enkelchen Samuel (3. von links) und die befreundete Anna mitnahm. Deren Bruder Andrej (rechts) fuhr in einem anderen Oldtimer mit. Foto: Molnar
Viel Platz in seinem Militärfahrzeug von 1942 hatte Engelbert Ruzijn aus Pforzheim, der neben Frau Martina auch Enkelchen Samuel (3. von links) und die befreundete Anna mitnahm. Deren Bruder Andrej (rechts) fuhr in einem anderen Oldtimer mit. Foto: Molnar
10.09.2017

Oldtimer-Ausfahrt in Neuenbürg mit 160 Teilnehmern

Neuenbürg. Mit Dampf und Gebraus gingen gestern 160 Oldtimer in Neuenbürg an den Start. Es wurde gehupt, gewinkt oder spontan zugestiegen. Zahlreiche Besucher applaudierten den Auto- und Motorradfahrern vom Straßenrand aus, staunten auch später beim Treffen im Schlossgarten.

Seit 26 Jahren veranstaltet der Schwarzwaldverein (SWV) Neuenbürg die traditionelle Ausfahrt. Der Start bei der Stadthalle, der 2016 eingeführt wurde, soll auch in Zukunft beibehalten werden: „Das ist für alle Beteiligten entspannter“, sagte SWV-Vorsitzende Brigitte Hegel, die die Abfahrt mit Bürgermeister Horst Martin moderierte.

So fuhr zum Beispiel Hannes Grötschel aus Pfinztal mit seinem achtjährigen Sohn Luca vor – in einem orangefarbenen VW T2 Camper mit Klappdach, einem Fahrzeug aus dem Jahr 1978. Die „gemütliche Sonntagsveranstaltung“ veranlasste den Vater, zum zweiten Mal teilzunehmen. Auch Reiner Krone aus Pforzheim hatte seinen Jungen Janis (16) dabei – allerdings auf einem Motorrad aus Zschopauer Produktion, Marke MZ ES 250 2.

Insgesamt 30 Motorräder gingen auf die 80 Kilometer lange Strecke durch Arnbach über Straubenhardt, Unterreichenbach und Schömberg; das älteste war die BMW R11, Baujahr 1930, von Siegfried Pfeiffer aus Dennach. Er gewann am Ende die Rallye der Zweiradfahrer vor Heinz Duss und Martin Augenstein. Unterwegs waren Schätzaufgaben an vier Stationen zu lösen. Bevor Peter Riedinger in seinen schicken Opel Olympia Rekord von 1956 stieg, setzte er seinen fast gleichaltrigen Radioplattenspieler in Gang. 1950er-Jahre-Musik dröhnte aus dem Gerät. „Ich bin 65, da steh‘ ich drauf“, erklärte der Oldtimer-Besitzer aus Gaggenau.

Bequem hatte es auch Ewald Nuspl in seinem amerikanischen Chevrolet Kombi. Für sechs Personen sei das Fahrzeug zugelassen. Weil die Familie ausschlafen wollte, ging der Karlsruher jedoch allein auf Tour. Noch mehr Platz hatte Engelbert Ruzijn aus Pforzheim in seinem Militärfahrzeug von 1942, einem Dodge WC51. Vorne durfte Enkel Samuel (2) mitfahren, hinten im Laderaum seine Frau Martina mit der kleinen Anna. Das Rustikale macht den Reiz des Oldtimers aus: „Er zwingt einen zu Gelassenheit“, so Ruzijn.

Der Reihe nach fuhren die edlen Karossen vor, mal mit aufgespanntem Koffer, mal mit ausfahrbarer Antenne, Rechtssteuerung oder sportlichem Heckspoiler. Andreas Kling aus Birkenfeld klappte zur Freude des Publikums die Schlaf-Augen seines Opel GT von 1970 aus, Thomas Hinz aus Königsbach-Stein machte mit Wikinger-Hut in seiner Corvette auf sich aufmerksam. Und weil Stephan Gerspach in seinem Volkswagen von 1943 noch Platz hatte, stieg der 16-jährige Julian aus Engelsbrand kurzentschlossen ein. Auch die Feuerwehr Neuenbürg, Abteilung Arnbach, nahm teil – mit einem Mercedes LKW aus dem Jahr 1976. Ältestes Fahrzeug war ein Ford A-Tudor von 1930 von Michael Schleeh aus Straubenhardt, ältester Teilnehmer Otto Heinkel (85) aus Waldrennach. Erster bei den Autofahrern wurde Bernd May, Zweiter Valentin Siebler und Dritte Melanie Jülle.