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Osumanu Batture aus Keltern (Mitte) bei einer Ausstellung mit seinen Werken in Pforzheim. Mit im Bild: Franz Herkens, der stellvertretende DGB-Kreisverbandsvorsitzende, und DGB-Regionssekretärin Susanne Nittel. Foto: Meyer, Archiv
Osumanu Batture aus Keltern (Mitte) bei einer Ausstellung mit seinen Werken in Pforzheim. Mit im Bild: Franz Herkens, der stellvertretende DGB-Kreisverbandsvorsitzende, und DGB-Regionssekretärin Susanne Nittel. Foto: Meyer, Archiv
09.05.2018

Osumanu Batture darf hoffen: Künstlerisch begabter Flüchtling will Stuckateur werden

Keltern. Noch im Januar hatte es gar nicht gut ausgesehen für Osumanu Batture. Er war akut von der Abschiebung bedroht und über schulische Berufspraktika hinaus schien ihm eine berufliche Ausbildung verwehrt zu sein.

Der Ghanaer war als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen und in der Dietlinger Außenstelle des Sperlingshofs betreut worden. Vom Rössle aus hatte er in der Region schnell viele Freunde gewonnen, ja regelrechte Fans. Das hat etwas mit seinem künstlerischen Talent zu tun. In zumeist kräftigen Farben arrangiert der Ghanaer großformatige Bilder mit beeindruckenden und viel Wärme ausstrahlenden Motiven aus seiner alten Heimat. In der neuen Heimat wiederum hat er mittlerweile so gut Fuß gefasst, dass er mittlerweile die Zulassung für die Hauptschulprüfung erworben und bereits den Kontakt zu einem Betrieb geknüpft hat, der ihm eine dreijährige Ausbildung zum Stuckateur ermöglicht.

Zu den Menschen, die in der Region auf Osumanu Batture aufmerksam geworden sind, zählt auch die Kelterner SPD-Gemeinderätin und DGB-Regionssekretärin Susanne Nittel. Zusammen mit einer Reihe anderer Aktiver aus der Weinbaugemeinde setzt sie sich seit geraumer Zeit für den Ghanaer ein. Denn vielen leuchtet nicht ein, warum Menschen, die auf einem guten Weg sind, sich in Deutschland integrieren, begabt sind und eine Ausbildung im Handwerk anstreben, keine Zukunftsperspektive haben sollten. In der Tat sind die formalen Rahmenbedingungen für den jungen Mann ungünstig. Er stammt aus einem als sicher eingestuften Herkunftsland und konnte zumindest bislang nicht den Nachweis erbringen, dass er tatsächlich aus Ghana kommt.

Erste Anläufe bei der Botschaft in Berlin scheiterten. Doch in der zurückliegenden Woche gelang ein ganz wichtiger Termin beim Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten Berlin. Dort, so berichtet Susanne Nittel, seien alle notwendigen Behörden- und Botschaftsvertreter zusammengekommen. Letztendlich dürfe man nun die Hoffnung haben, dass Osumanu Batture von der Botschaft einen Pass ausgestellt werde, der dann direkt an das Regierungspräsidium Karlsruhe übersandt werde und dort den Eindruck verstärke, dass der 19-Jährige alles in seiner Macht stehende unternehme, um mit den deutschen Behörden zu kooperieren.

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