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Ganz schön wacklig: Stefania Szamosvari, pädagogische Leierin der Schule am Sperlingshof, Rico Bergmann, Koordinator für Spenden und Öffentlichkeitsarbeit, Susanne Knöller, Vorsitzende von „Menschen in Not“, und Sabine Bünning (von links), stellvertretende Geschäftsführerin, testen den Balancierparcours. Meyer 

PZ-Hilfsaktion „Menschen in Not“ fördert Abenteuerspielplatz beim Sperlingshof in Remchingen

Pforzheim/Remchingen. Morgens, mittags, abends – am neuen Abenteuerspielplatz am Sperlingshof ist immer etwas los. Rico Bergmann, Koordinator für Spenden und Öffentlichkeitsarbeit beim Sperlingshof, zeigt auf das neue Konstrukt, das direkt an der Auffahrt zum Verwaltungsgebäude, im harmonischen Halbschatten unterhalb der großen Kletterspinne, seinen Platz gefunden hat. Rechtzeitig zum Festsonntag am 17. Juli ist alles fertig geworden. „Und die Kinder nutzen den Balancierparcours rege“, berichtet Sabine Bünning, stellvertretende Geschäftsführerin. „Das ist eine echte Aufwertung, die Sinn macht, denn die Jungen leben hier.“ Die Gerätschaften haben mit aufwendigem Aufbau rund 16.000 Euro gekostet. „Menschen in Not“ hat das komplett übernommen.

Bei der inoffiziellen Einweihung war die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen groß. „Wir haben es so gelöst, dass zuerst die Jungs an die Geräte durften, die am längsten bei uns am Hof sind“, berichtet Bergmann.

„Zum Glück ist das Gelände des Sperlingshof groß und lässt immer wieder Veränderung zu.“ Im Schnitt würden die Heimbewohner zwei Jahre und länger im Sperlingshof ihr Zuhause haben und deshalb sei es gut, wenn es immer mal wieder etwas Neues gebe. „Es gibt auch Jugendliche, die sechs Jahre bei uns sind.“ Da sei es wichtig, dass sie sich immer wieder austoben können. In diesem Jahr sei das Kinder- und Jugendheim voll belegt: 55 Jungs im Alter von sieben bis 16 Jahren sind im Sperlingshof untergebracht. „Der Balancierparcours macht aber nicht nur Spaß, sondern fördert auch die Motorik, Gleichgewicht, Körperkontrolle und Konzentration“, erklärt die stellvertretende Geschäftsführerin weiter. „Das sagen wir den Kindern nicht, weil das verdirbt den Spaß.“

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Julien (links) und Jamal probieren sich am neuen Parcours gerne aus. Meyer

Die Jungs haben an den Werktagen vormittags Schule. In den Alltag sind zwei große Pausen integriert. „Da machen die Kinder meistens Sport“, weiß Bergmann. Der Fußball- und der Basketballplatz sind dann voll belegt. „Bewegung ist einfach wichtig, weil wir viele Jungs mit ADHS Problemen haben. Wir bauen viel Bewegung ein“, erklärt Bünning weiter. Deshalb sei die erste Einheit der Schule morgens Sport. Zwischen 7.50 und 8 Uhr ist Zeit für Frühsport. „Auf dem Weg von den Wohngruppen können sich die Jungs dann eine halbe Stunde lang bewegen ehe es Frühstück gibt.“ Erst dann geht es in die Klassenzimmer zum regulären Unterricht.

Selbst im Sportunterricht werden die neuen Geräte eingebaut. „Das ist ein toller Anreiz“, weiß Schulleiter Jan Schweiker. Als Parcoursaufgabe gelte es dann schnellstmöglich alles zu absolvieren. „Und ein paar Wochen später weiß man, ob man sich in der Zeit verbessert hat.“

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Die Idee, einen Abenteuerspielplatz zu verwirklichen, sei aus der Bewohnerschaft gekommen, so Bünning. Der Heimrat, die Partizip-AG, für die „Menschen in Not“ vor ein paar Jahren ein Gartenhaus als Tagungsort finanziert hat, habe den Vorschlag an die Geschäftsführung herangetragen. Die Jungs seien dann in die Auswahl der Spielgeräte direkt einbezogen gewesen. „Kein Wunder also, dass alle ganz heiß drauf sind.“

An den Nachmittagen, in der Freizeit, gehen manchmal ganze Wohngruppen zu den Spielgeräten. „Da trifft man sich dann.“ Es werde in der Phase zwischen Hausaufgaben und Abendessen sehr aktiv genutzt, weiß Bünning.

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„Menschen in Not“ ist schon immer eng mit dem Sperlingshof verbunden“, sagt Susanne Knöller, Vorsitzende des PZ-Hilfsvereins „Menschen in Not“. Das Team im Kinder- und Jugendheim in Wilferdingen leiste eine sehr wichtige und vor allem nachhaltige Arbeit. „Mit dem Abenteuerspielplatz erhält der Sperlingshof eine Aufwertung, die unmittelbar den Bewohnern zu Gute kommt.“ Das sei für die Jungs wichtig zu sehen, dass sie es wert sind, es schön zu haben. „Das ist eine Botschaft, die wir grundsätzlich versuchen zu vermitteln“, erklärt Brünning.

Nicht nur „Menschen in Not“ hat die Neuanschaffungen für den Abenteuerspielplatz gefördert. „Ein Herz für Kinder“ hat sich mit einer Seilrutsche und einer Balancierwippe beteiligt:

Susanne Knöller

Susanne Knöller

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