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Farbenfrohe Tradition: Die Guggen Gaiße in Kieselbronn leben ihre Leidenschaft zur Fasnet. PZ-Archiv/Schott
Farbenfrohe Tradition: Die Guggen Gaiße in Kieselbronn leben ihre Leidenschaft zur Fasnet. PZ-Archiv/Schott
10.11.2015

PZ-Interview mit Brauchtumsexperte Werner Mezger über die Faszination am närrischen Treiben und woher all die Rituale überhaupt kommen

Kieselbronn/Enzkreis. Klingt verrückt, es gibt sie aber wirklich: Wissenschaftler, die sich mit der Fasnet und all ihren Facetten beschäftigen. Einer der renommiertesten unter ihnen ist Werner Mezger. Der Freiburger Professor berichtet am Freitag, 20. November, in Kieselbronn über die Kulturgeschichte der tollen Tage.

In Rottweil geboren, war Werner Mezger von klein auf in Kontakt mit der Fasnet. Im Studium, mit dem Blick von außen, habe er sich dann gefragt: „Warum gibt es die Fasnet, auf welchen Traditionen beruht sie, was macht ihr Wesen aus.“ Sein Ergebnis: „Europaweit gibt es die gemeinsame Idee der Fasnet mit den selben Wurzeln. Das ist nicht Larifari, das sind gewachsene, gemeinsame Traditionen, ein kulturelles Kapital, das viel wertbeständiger ist als jedes ökonomische Kapital, also der Euro, es sein kann. Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum die UNESO die schwäbisch-alemannische Fasnet in die Liste zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes aufgenommen hat.“

Werner Mezger, bekannt durch zahlreiche Buchveröffentlichungen, Rundfunk- und Fernsehsendungen, ist Professor für Europäische Ethnologie an der Universität Freiburg und Direktor des Freiburger Instituts für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa (IVDE). In der Festhalle Kieselbronn spricht er am Freitag, 20. November, um 19.30 Uhr über die Kulturgeschichte der tollen Tage. Der Eintritt kostet sechs Euro.

Karten gibt es bei der Postagentur Klemm, Mitgliedern der Gugge Gaiße und der Gemeinde Kieselbronn per E-Mail an veranstaltungen@kieselbronn.de.