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Die Engelsbrander Manfred Strobel (Mitte links) und Erwin Haller sorgen mit ihren Instrumenten und Liedern für ein geselliges Beisammensein im Weinberg.   Schmid
Die Engelsbrander Manfred Strobel (Mitte links) und Erwin Haller sorgen mit ihren Instrumenten und Liedern für ein geselliges Beisammensein im Weinberg. Schmid
Verborgene Ecken werden in Kürnbach erkundet.
Verborgene Ecken werden in Kürnbach erkundet.
Den Lerchenberg erklimmen die PZ-Wanderer.
Den Lerchenberg erklimmen die PZ-Wanderer.
Ein Winzer und sein Wein: Philipp Plag.
Ein Winzer und sein Wein: Philipp Plag.
03.08.2017

PZ-Leser erkunden Kürnbach und das Weingut Plag

Einst, so erzählt man sich in Kürnbach, floh ein Dieb durchs Dorf, von dem damals ein Teil zu Hessen und der andere zu Baden gehörte. Der Dieb versteckte sich im geteilten Backhaus und sagte zum Schütz, der ihn verdrosch, sein Kopf sei doch schon in Hessen. „Stimmt“, meinte darauf der Schütz, „aber dein Hinterteil ist in Baden.“

Solche Raritäten bekommt erzählt, wer sich beim schweißtreibenden Aufstieg vom Weingut Plag zum Lerchenberg mit Gudrun Wolfinger unterhält. Seit vielen Jahren lebt sie in Schwann, aber aufgewachsen ist die ehemalige Weinkönigin in Kürnbach. Vertrautes begegnet ihr gestern Nachmittag auf Schritt und Tritt bei der „Schau mal, wo du lebst“-Wanderung quer durchs Weindörfchen Kürnbach. Der Engelsbrander Wanderführer Manfred Strobel erzählt, dass der Schlosswiesensee einst angestaut wurde, weil die Brandgefahr im verwinkelten Dörfchen groß war. Zusammen mit Erwin Haller lässt er auf dem Dorfberg des historischen Weinorts und inmitten von Spätburgunder-Reben die Gitarre und dazu bekannte Lieder erklingen, bei denen so mancher Mitwanderer einstimmt. Winzer Philipp Plag schenkt einen fruchtigen 2016 Rivaner aus, berichtet von den Spätfrösten, die dieses Jahr je nach Lage stark zugeschlagen haben und beantwortet kenntnisreich Fragen. Nach gut zwei Stunden kommen die PZ-Leser wieder am Weingut am Leiberg an, das die Familie Plag in vierter Generation führt. Von Maja, Christa und Werner Plag werden die Besucher mit einem frischen 2016 Auxerrois willkommen geheißen, bevor der Keller erkundet wird und in der Gaststube wieder Musik erklingt. Ein Rotwein, den die Wanderer probieren dürfen, ist nach der Löfflerin benannt – aber das ist eine andere Kürnbacher Geschichte.