nach oben
24.08.2009

PZ-Sommeraktion: Das Geheimnis der Saubermänner

WURMBERG. Von der Jogginghose bis zur Serviette: Die Wäscherei Merz in Wurmberg macht täglich aus zehn Tonnen Schmutzwäsche saubere. Wie das geht, haben gestern die Teilnehmer der PZ-Sommeraktion erfahren.

Bergeweise türmt sich die Schmutzwäsche in der großen Halle. Überall stehen mannshohe Metallgitterwägen, befüllt mit Wäschesäcken, Leintüchern, Unterlegematten und allem Möglichen, was die Kunden wieder sauber zurückerhalten wollen. Wer sich in der Warenannahme der Wäscherei Merz umschaut, weiß ganz genau: Das hier wäre der Albtraum einer jeden Hausfrau.

Nicht so für die Wurmberger Firma – Schmutzwäsche ist ihr Geschäft. Ob Servietten und Tischdecken aus Hotelbetrieben, Berufsbekleidung für Klinikpersonal oder Blusen von Bewohnerinnen eines Alten- und Pflegeheims: „Pro Stunde sorgen wir dafür, das eine Tonne Kleidungs- und Wäschestücke wieder sauber und rein sind“, sagt Marcel Jokiel, Kundenbetreuer bei Merz. Was dabei zu beachten ist, hat er gestern den Teilnehmern der PZ-Sommeraktion beim Rundgang durch den Betrieb erklärt.

Damit jeder Heimbewohner nach dem Waschgang auch seine Hose oder sein Hemd zurückerhält, hat sich die Wäscherei was einfallen
lassen: So sind alle Kleidungsstücke mit einem Barcode versehen. Darauf ist gespeichert, wie, wie oft das Teil gewaschen wird und in welchem
Zustand es derzeit ist. Wie an der Supermarkt-Kasse scannen zwei Frauen die Codes ab, um die Wäsche anschließend für die großen Waschtrommeln vorzusortieren. Jede von ihnen fasst bis zu 60 Kilogramm.

Säcke mit bunten Streifen

Bei den größeren Wäschestücken verlassen sich die Saubermänner von Merz beim Sortieren schon mal auf den Kunden. In verschiedenfarbige Säcke verpackt bekommen sie die Wäsche angeliefert: Frottee-Handtücher in Beuteln mit gelbem Streifen, Bettbezüge haben einen blauen Schriftzug. Über ein Förderband landet alles in der Waschstraße – dem Herzstück der Wäscherei, wie Jokiel sagt.

Und ein technisches Wunderwerk, wie PZ-Sommeraktion-Teilnehmer Martin Hausmann feststellt. Vor allem der Spülgang hat ihn fasziniert: „Frischwasser durch die Wäsche durchzupressen statt sie damit zu Schleudern, ist eine geniale Idee und weitsichtig zugleich. Schließlich spart das enorm viel Wasser und Energie.“ Und in der Tat: Mit dieser Technik, den eigenen Wärme- und Abwasserrecycling sowie den zumeist gas-, statt dampfbeheizten Maschinen spare Merz im Vergleich zu Mitbewerbern auf dem Markt rund 60 Prozent Wasser und 50 Prozent Energie, sagt Geschäftsführer und Inhaber Volker Burkhard. Immerhin gilt seine Wäscherei als eine der umweltfreundlichsten in ganz Europa. Klein- und zusammengepresst landet die Wäsche anschließend in den drei riesigen Trocknern. Keine zehn Minuten später purzeln einzelne
Wäschestücke in verschiedene Behälter. Prompt stehen einige der insgesamt 55 Mitarbeiter bereit, um die Teile über lange Bänder in die großen Mangelmaschinen zu schicken. Am Ende kommen Leintücher und Laken bereits gefaltet heraus. Empfindlichere Kleidung wie Blusen und Anzugjacken werden nicht platt gebügelt, sondern auf einen speziellen Apparat gespannt: Der sieht aus wie eine Schaufensterpuppe, durch die plötzlich leichter Dampf strömt und das Hemd aufbläst wie eine Windhose. Lässt der Dampfstoß nach ist der Stoff völlig glatt. Ganz platt ist beim Zuschauen auch PZ-Sommeraktion-Teilnehmerin Sandra Eichler: „Hätte ich den Platz, würde ich mir so einen Bügelapparat für Zuhause wünschen.“ Allerdings haben Sie und die anderen PZ-Leser wohl auch nicht so große Wäscheberge zu bewältigen.