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04.09.2009

PZ-Sommeraktion: Über Wald und Wild gut im Bild

SCHÖMBERG-SCHWARZENBERG. In den Wald zog es die Teilnehmer der PZ-Sommeraktion. Förster Dominik Dast führte die Besucher mit Fachwissen und ansteckendem Enthusiasmus in die Tiefen der Forstwirtschaft ein. Dort zeichneten sie Bäume aus, griffen zu Sägen und halfen Förster Dominik Dast beim Zerlegen von Wild.

Um neun Uhr treffen sich die Teilnehmer beim Sportplatz in Schwarzenberg. Dort, am Waldrand, begegnen sie denjenigen, die Förster Dominik Dast seit fünf Uhr früh begleitet und auf mehrere Hochsitze verteilt, auf Wild gewartet haben. „Wir haben zwei Mäuse gesehen und die Rehe bellen gehört“, erzählen Lara und Luc Hampele. Dass es Rehe waren, die sie gehört haben, hat Dast ihnen nach dem Ansitz erklärt. Eberhard Kaubeck hat ganz kurz einen Fuchs beobachten können.

Natürliche Prozesse unterstützen

Die Gruppe bricht gemeinsam auf und schon nach wenigen Metern fällt auf, dass im Schwarzwald keineswegs nur Nadelbäume dicht an dicht stehen. „Laubbäume wie Birken und Eschen sind hier genauso heimisch wie Fichten und Tannen“, erklärt Dast. Verschiedene Baumarten seien sogar notwendig um einen standortgerechten, stabilen und gegen Pilze und Insekten resistenten Wald zu erhalten.

An einigen Stellen könne man die natürlichen Prozesse allerdings unterstützen, wie zum Beispiel durch Jungbestandspflege oder gezieltes Abholzen kranker Bäume.

„Auch den Wildbestand muss ein Förster kontrollieren“, fährt der Fachmann fort. Rehe hätten heute keine natürlichen Feinde mehr, da es keine Bären oder sonstige tierischen Jäger mehr in diesen Wäldern gebe.

Um eine Überpopulation zu verhindern muss der Förster in regelmäßigen Abständen Wild schießen. So auch am Vortag: Der Förster, der gleichzeitig auch Jäger ist, hat an der Allmandhütte im Wald ein erlegtes Reh deponiert. Das er nun, als die Besucher sich um die Hütte scharen, an zwei Haken hängt. Besonders die Kinder sind fasziniert als der Förster beginnt zu demonstrieren, wie man einem geschossenen Reh das Fell abzieht und es in mundgerechte Stücke zerlegt. Dabei geht er auch auf die Anatomie und die Lebensbedingungen der Tiere ein.

Neben der Hütte stehen Sprühdosen in Kartons bereit. Damit sollen die Waldgänger den Baumbestand auszeichnen. Sogenannte „Zukunftsbäume“ bekommen einen weißen Punkt. Deren Bedränger sowie krumm gewachsene, oder auf lange Sicht nicht lebensfähige Bäume werden rot markiert. „Das soll den Zukunftsbäumen, die eine lange Lebenserwartung haben und gesund sind, eine optimale Entwicklung ermöglichen“, erklärt der Förster.

Begeistert geht jedermann zur Sache und im Nu ist das gesamte Waldstück voller rot und weiß markierter Bäume. Nach deren Markierungs-Bedeutung werden sich dann die Waldarbeiter richten.

Äste abgesägt

Nach der Spraydose griffen die PZ-Leser zu ebenfalls deponierten kleinen Sägen. „Holzbretter mit Astlöchern sind hier nicht beliebt. Wenn bei jungen Bäumen Äste abgesägt werden, verwachsen sich diese Astlöcher“, erklärt Dast. Er demonstriert dann auch noch, wie man einen Baum fällt. Wichtig sei bei allen Maßnahmen alle drei Funktionen des Waldes im Auge zu behalten: „Der Forst hat eine Nutz-, eine Schutz-, sowie eine Erholungsfunktion.“ Fehle die Ausgeglichenheit, nehme der Wald Schaden.

Der Rückweg führt über den neuangelegten Barfußpfad beim Mahdsbrunnen, der im Sommer viele experimentierfreudige Besucher anlockt.

Zurück an der Hütte genießen die Waldgänger bei dem in der Zwischenzeit von Heike Dast zubereiteten „Reh-Burger“ die frische Waldluft. „Einige werden den Wald nun sicher mit anderen Augen sehen“, ist sich PZ-Leserin Barbara Wolf sicher.