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25.08.2009

PZ-Sommeraktion: Vollgas auf kleinen Reifen

KELTERN-ELLMENDINGEN. Im Rausch der Geschwindigkeit waren am Dienstag die PZ-Leser. Bei der Sommeraktion auf der Kartbahn in Ellmendingen ließen sie die Reifen quietschen und zeigten echtes Rennfahrer-Herz.

Auf den letzten Metern vor dem Ziel drückt Rita Talmon noch einmal richtig aufs Gaspedal. Der Motor rattert und brummt, die Reifen quietschen und die blonde Frau flitzt, knapp über dem Boden um die enge Kurve. Als kurz darauf der Streckenposten mit der schwarz-weiß-karierten Zielflagge winkt, ist klar: Die Niefernerin ist nach 20 Runden Dritte.

„Wow, das ist der Hammer“, sagt Rita Talmon voller Stolz. Das letzte Mal sei sie vor 14 Jahren in einem Kart gefahren. Der Ausflug auf die Bahn in Ellmendingen zusammen mit der PZ-Sommeraktion ist daher die beste Gelegenheit, alte Kenntnisse wieder aufzufrischen. Und in der Tat: Nach ein paar Einstiegsrunden, in denen sie immer schneller wird, packt sich Rita Talmon ein Herz und zieht kerzengerade an ihrer Konkurrentin Anja Krebs vorbei.

Nur an den beiden Herren an der Spitze des Felds ist kein Vorbeikommen. Stoßstange an Stoßstange kämpfen sie um den Sieg. Doch es kann nur einen geben: Mit nur zwei Sekunden Vorsprung heizt Dominik Wöhr vor Rene Pöhler über die Zielgerade. Ganz zur Freunde der Fans, die am Fahrbahnrand wild applaudieren.

Begeistert und voller Adrenalin ist auch Jürgen Weisert nach seinen Runden im Kart. „Von außen wirkt alles viel langsamer. Auf der Strecke hast du das Gefühl, du braust mit 150 Sachen über die Autobahn“, sagt der leidenschaftliche Motorsportler. Der Birkenfelder sitzt zwar nicht zum ersten Mal im Kart. Er ist aber doch immer wieder verwundert, wie schwer sich die kleinen Gefährte lenken lassen.

Richtig starr fühle sich die Lenkung an, bestätigt auch Marita Rohde aus Schömberg: „Das ist man gar nicht gewohnt. Fast jedes Auto hat ja heutzutage eine Servolenkung.“ Das koste richtig Kraft, sagt sie, zieht sich Helm und Sturmhaube vom Kopf und atmet erstmal richtig durch. Doch was sie riecht ist kein Benzin, sondern saubere Luft. Und das hat einen Grund: Die Karts in Ellmendingen fahren mit Erdgas.

Im Jahr 1997 haben die Besitzer der Ellmendinger Kartbahn Werner Drollinger und Marianne Fend die kleinen Fahrzeuge auf Erdgas-Betrieb umrüsten lassen. Ansprechpartner für sie war dabei die Gasversorgung Süddeutschland (GVS). Drollinger vermisst zwar gelegentlich den Duft nach Benzin, das Parfüm eines jeden Rennfahrers. Und doch stimmt er Angela Grether, GVS-Medienreferentin, zu: „Die Erdgas-Karts sind seitdem Rennspaß mit einem dicken Plus für die Umwelt.“

Was nicht heißen soll, dass die Fahrzeuge nun gemächlich über die Strecke tuckern. Mit bis zu 70 Stundenkilometern heizen die Fahrer an den Reifenstapeln vorbei. Da braucht es natürlich gewisse Regeln, damit keiner der PZ-Sommeraktion-Teilnehmer inmitten des Gummis landet und auf der Strecke bleibt. „Wichtig ist, vorausschauend zu fahren und auf die Streckenposten und Ampeln zu achten. Kartfahren ist nicht wie Autoscooter auf dem Rummel“, erklärt Rennleiter Enrico Wesierski auch die Flaggenfarben. So steht schwarz für „das Rennen ist für dich zu Ende“ und blau für „den Hintermann überholen lassen“ – stark angelehnt an die Formel 1, wo vor allem die männlichen Fahrer dominieren.

So haben auch bei der PZ-Sommeraktion die Männer die Nase vorn. Konkurrenz aus dem weiblichen Lager macht ihnen aber Anina Uber. Drei Männer konnten nur noch den Auspuff am Kart der 15-Jährigen sehen. Als zur Siegerehrung jedoch der Queen-Hit „We are the champions“ aus den Lautsprecherboxen knallt, steht fest: Ob Fahrneuling oder angehender Profi – an diesem Tag sind alle Gewinner.