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Bei der Jungwaldpflege im Distrikt Brand in der Nähe des Häckselplatzes werden im Wimsheimer Forst seit diesem Winter erstmals Rückepferde eingesetzt. Im Bild von rechts zu sehen: Günter Büchler, Wolfgang Herz, Rolf Müller, Nikolaus Wollmann, Hilde Neidhardt, Frieder Kurtz, Mario Weisbrich und Johannes Enssle. Foto: Marx
Bei der Jungwaldpflege im Distrikt Brand in der Nähe des Häckselplatzes werden im Wimsheimer Forst seit diesem Winter erstmals Rückepferde eingesetzt. Im Bild von rechts zu sehen: Günter Büchler, Wolfgang Herz, Rolf Müller, Nikolaus Wollmann, Hilde Neidhardt, Frieder Kurtz, Mario Weisbrich und Johannes Enssle. Foto: Marx
23.02.2017

Pferde entlasten im Wimsheimer Forst den Boden

Zwei Schwarzwälder, die Rückepferde Remus (18) und Max (11), bewähren sich seit dieser Wintersaison erstmals im Wimsheimer Gemeindewald. Sie gehören dem Öschelbronner Hobbylandwirt Günter Büchler, der diese naturnahe Waldbewirtschaftung als einer der wenigen im Enzkreis anbietet.

Der Einsatz von zwei PS auf acht Hufen passt in den ökologischen Gesamtansatz, der sich mit der Auszeichnung von Wimsheim als Naturwaldgemeinde verbindet. Neben Büchler, der mit den Pferden arbeitet, betätigt sich Nikolaus Wollmann aus Heimsheim als Fäller. Der Naturschutzbund (Nabu) in Baden-Württemberg hatte die Kommune 2016 als Erste im Enzkreis mit dem Titel geschmückt. Der bei der gestrigen Rückepferdpräsentation anwesende Nabu-Landesvorsitzende Johannes Enssle freute sich denn auch über den besonders naturschonenden Einsatz durch die Schwarzwälder. Der Bodenschutz sei ganz wichtig.

Im vorliegenden Fall kommen die Rückepferde auf weichen Böden zum Einsatz und schonen somit den empfindlichen Untergrund der Rückegassen. Hinzu kommt, dass sich der Einsatz gerade bei der Jungwaldpflege bewährt. Es ist erstaunlich, wie sich der Wimsheimer Gemeindewald in zwei Jahrzehnten verändert hat. Die Stürme Lothar und Wiebke hatten die vorherrschenden Fichtenbestände seinerzeit massenhaft umgeworfen. Bei der Wiederbewaldung setzt man schwerpunktmäßig auf Eichen. Mittlerweile ist das Bild im Gemeindewald ein ganz anderes: Statt 96 Prozent Nadelholzanteil gibt es nun einen 51-prozentigen Laubholzanteil. Zu den Eichen gesellen sich beispielsweise noch Kirschbäume, an anderen Stellen setzt man wiederum auf Tannen. Revierförster Rolf Müller spricht vom konsequenten Umbau des einstigen Fichtenwalds.

Bürgermeister Mario Weisbrich freute sich über das Prädikat als Nabu-Naturwaldgemeinde und erwähnte bei den Waldaktivitäten das gute Zusammenspiel mit dem Forstamt des Enzkreises. Beim gestrigen Vor-Ort-Termin waren sowohl der Erste Landesbeamte und Landratsamtsstellvertreter Wolfgang Herz, die zuständige Dezernentin Hilde Neidhardt als auch Forstamtsleiter Frieder Kurtz mit von der Partie. Kurtz erläuterte, dass es das Pferderücken schon sehr lange gebe. Allerdings sei die Zahl der Anbieter heutzutage äußerst klein. Dieses Traditionshandwerk sei ein hartes Brot und wer diese Tätigkeit anbiete, sei mit Herzblut dabei. Herz regte an, dass Schulklassen im Sinne eines umweltpädagogischen Ansatzes mit der Wimsheimer Konzeption vertraut gemacht würden.