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Zugunfall: Polizei ermittelt gegen Fahrer von Schwertransporter © Günther
11.04.2012

Pforzheimer Polizei ermittelt nach Bahnunfall

Auf die Pforzheimer Polizei kommt in nächster Zeit eine Menge Arbeit zu – aus Richtung Karlsruhe. Nicht genug damit, dass sie nach der tödlichen Kollision eines Polizeiautos am Ostersonntag mit einem Taxi in Karlsruhe-Grünwettersbach ermitteln soll. Auch der Zusammenstoß eines Regionalzugs in Pfinztal-Söllingen mit einem Schwertransporter auf einem Bahnübergang in Pfinztal-Söllingen am Gründonnerstag wird die Pforzheimer Beamten beschäftigen.

Das sagte am Mittwoch der Karlsruher Presse-Staatsanwalt Rainer Bogs der PZ auf Anfrage. Das Karlsruher Polizeipräsidium habe von sich aus die Kollegen in Pforzheim gebeten, den Fall zu übernehmen. Die Beamten aus Karlsruhe, die den Tieflader begleitet hatten, wollten damit von vornherein auch nur den Anschein vermeiden, dass sie parteiisch ermitteln, stellte der Erste Staatsanwalt Bogs klar.

Der 38-jährige Fahrer des Tiefladers aus Frankfurt/Main hatte vermutlich auf den Schienen rangiert. „Wir gehen derzeit davon aus, dass er eigenmächtig gehandelt hat, entgegen den Anordnungen der Polizei“, sagte Ralf Minet, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe.

Möglicherweise haben Papiere mit einem falsch ausgestellten Fahrziel dazu beigetragen, dass sich der 38-jährige Fahrer des Schwertransporters am Gründonnerstag in Söllingen verirrt hatte. Dadurch war es zu dem folgenschweren Unfall mit einem Regionalzug gekommen, wonach die Bahnstrecke bis Wilferdingen/Singen tagelang gesperrt werden musste. „In den Begleitpapieren stand die Bahnhofstraße als Ziel. Das war verkehrt. Die Baustelle, wohin der Raupenbagger gebracht werden sollte, war für die Reetzstraße bestimmt“, informierte Polizeisprecher Minet. Gegen den Mann am Steuer des Tiefladers werde wegen eines „gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr“ ermittelt. Er macht bisher von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, war zu hören.

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