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Auf der Scheunentreppe diskutierten (von links) Ispringens Bürgermeister Volker Winkel, der Vorsitzende des Trägervereins des Bürgerhauses Karl-Ulrich Bürkle und der Pforzheimer OB Gert Hager.   Roller
Auf der Scheunentreppe diskutierten (von links) Ispringens Bürgermeister Volker Winkel, der Vorsitzende des Trägervereins des Bürgerhauses Karl-Ulrich Bürkle und der Pforzheimer OB Gert Hager. Roller
19.07.2015

Pforzheims OB Hager verrät in Ispringen: Nach Berufsleben will er sich musikalisch engagieren

Dass diese Diskussionsrunde etwas anders ablaufen würde, als man es gewohnt ist, zeigte sich gleich zu Beginn, als „Smoke on the water“ von Deep Purple in voller Laustärke aus den Lautsprechern dröhnte. „Jeder Gast darf sich bei uns seine Lieblingsmusik wünschen“, informierte der Trägervereins-Vorsitzende des Ispringer Bürgerhauses Karl-Ulrich Bürkle.

In diesem Fall war es der Pforzheimer Oberbürgermeister Gert Hager, der sich für den Rockklassiker aus den Siebzigern entschieden hatte. Mit dem Ispringer Schultes Volker Winkel kam er im Bürgerhaus der Gemeinde „so gschwenn mol uf de Scheunetrepp“ ins Gespräch über Musik, die mitunter anstrengende Arbeit als Politiker, diverse Freizeitaktivitäten und die Zeit nach dem Bürgermeisteramt.

Zu Ispringen hat der Oberbürgermeister übrigens ein ganz besonderes Verhältnis, weil seine erste Freundin hier wohnte, die er damals mit seinem VW-Käfer besucht hat. Bei Volker Winkel war es hingegen die Arbeit auf dem Einwohnermeldeamt, die ihn einst in die Enzkreis-Gemeinde führte. „Einige Dokumente aus dieser Zeit tragen noch meine Unterschrift“, erzählt er. Seither habe sich einiges verändert und auch Winkel arbeitet nicht mehr auf dem Einwohnermeldeamt, sondern ist Bürgermeister. „Ein unfassbar schöner Job“, meint er. Da pflichtet ihm sein Pforzheimer Kollege bei: „Ich kann mir nichts anderes vorstellen“. Weil er sowohl die guten Zeiten als auch den Niedergang Pforzheims miterlebt habe, sei es sein Ziel, die Goldstadt wieder nach oben zu bringen. Wenn er irgendwann aus dem Amt ausscheidet, will Hager sich auf jeden Fall nicht in die Geschäfte seines Nachfolgers einmischen. „Ich schätze, ich würde mich musikalisch engagieren“, sagt er. Kein Wunder, wo er doch in seiner Jugend jahrelang Kirchenmusik gemacht hat und sich vor allem für klassische Musik interessiert. Ahnung von Musik hat auch Volker Winkel, der acht Jahre im Vorstand des Ispringer Musikvereins aktiv war. „Schöne Blechblasmusik fesselt mich bis zum heutigen Tag“, sagt er und betont, wie wichtig es für ein funktionierendes Gemeindeleben ist, viele Ehrenamtliche zu haben, die sich in Vereinen engagieren.

„Das Ehrenamt ist der Schmierstoff in unserer Gesellschaft“, meint auch Hager, denn viele Aufgaben könnten Städte und Gemeinden gar nicht alleine übernehmen. Aktuell sei insbesondere bei der Betreuung von Asylsuchenden wichtig, dass Menschen sich engagieren und den Fremden die Integration erleichtern. Aber auch auf die Ängste und Befürchtungen der Anwohner müsse man eingehen und sachlich darüber diskutieren. „Rassistische Beleidigungen haben da nichts zu suchen“, stellen beide klar.

Die nächste Diskussionsrunde im Ispringer Bürgerhaus findet am Freitag, 20. November statt. Dann wird PZ-Verleger Albert Esslinger Kiefer über seine Zeit bei Albert Schweitzer sprechen.