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Gut zu erkennen: Ein gesunder Eschentrieb ist grün und innen gesund. Der vom Pilz befallene Ast hat eine braune Färbung und ist abgestorben. Foto: Marx, Archiv
Gut zu erkennen: Ein gesunder Eschentrieb ist grün und innen gesund. Der vom Pilz befallene Ast hat eine braune Färbung und ist abgestorben. Foto: Marx, Archiv
Aufgepasst: Bevor kranke Eschen auf Menschen stürzen, müssen sie gefällt werden, etwa im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. Im Bild: Förster Simon Mades. Foto: Marx, Archiv
Aufgepasst: Bevor kranke Eschen auf Menschen stürzen, müssen sie gefällt werden, etwa im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. Im Bild: Förster Simon Mades. Foto: Marx, Archiv
17.04.2019

Pilzerkrankung: Tödliche Bedrohung für Wälder im Enzkreis

Enzkreis. Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz (BfN) sind alarmiert. Sie sorgen sich um das um sich greifende Eschentriebsterben und setzen nun auf ein Millionen-Projekt zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Laut BfN bedroht ein invasiver Pilz Eschen und damit auch die Artenvielfalt eschenreicher Wälder. Der Pilz lässt die Blätter verwelken und die jungen Triebe der Eschen absterben. Im Enzkreis sorgt das Eschentriebsterben für Sicherheitshiebe.

Wie diese Krankheit, das sogenannte Eschentriebsterben, auf die biologische Vielfalt eschenreicher Wälder wirkt und welche Maßnahmen ihren Artenreichtum schützen können, wird jetzt in einem Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt untersucht.

Im Enzkreis spielt die Esche als Beimischung eine Rolle, unterstreicht Dominik Saladin vom Enzkreis-Forstamt auf Anfrage der Redaktion. Großflächige Eschenbestände gebe es zwar nicht. Kleinere Areale fänden sich im Enzkreis vor allem auf nassen oder feuchten Standorten. Diese seien oft nach den Stürmen Wiebke und Vivian in den 1990er-Jahren durch Pflanzung entstanden. Auf Eschen an Erholungseinrichtungen legen die Revierleiter bei ihren Kontrollen ein besonderes Augenmerk, um keine Gefährdung entstehen zu lassen. Saladin weiter: „Die Eschennaturverjüngung ist sehr umfangreich. Die Förster hoffen darauf, dass sich unter den zahllosen Sämlingen ausreichend Resistenzen ausbilden und so die Baumart Esche weiterhin wertvoller Beimischungsbaum unserer Wälder bleibt.“

Im Jahr 2009 wurde in Baden-Württemberg zum ersten Mal das Eschentriebsterben beobachtet. Hierbei handelt es sich um eine Pilzerkrankung. Die Sporen des Pilzes werden mit dem Wind verbreitet und keimen auf Eschenblättern, auf denen sie anlanden. Innerhalb weniger Wochen besiedelt der Pilz das Blattgewebe, das daraufhin abstirbt. Häufig dringt der Pilz über die Blattstiele in die Triebe vor. Dies führt zum baldigen Absterben der dünnen Äste. Durch jährlich neue Infektionen stirbt die Krone des Baumes langsam von außen nach innen.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 17. April, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.