nach oben
Der Dialog stand beim Planspiel in Remchingen im Mittelpunkt. Unter anderem in Kleingruppen diskutierten die Zehntklässler politische Themen. Foto: Roller
Der Dialog stand beim Planspiel in Remchingen im Mittelpunkt. Unter anderem in Kleingruppen diskutierten die Zehntklässler politische Themen. Foto: Roller
15.04.2018

Planspiel am Remchinger Gymnasium macht Politik für rund 60 Zehntklässler erlebbar

Remchingen. Es dauert nicht lange, bis die Diskussion Fahrt aufnimmt. Die einen sind dafür, die anderen dagegen und dann gibt es noch welche, die sich nicht festlegen können. Diskutieren, formulieren, abwägen, abstimmen: So geht das den ganzen Tag am Remchinger Gymnasium. Knapp 60 Schüler der zehnten Klassen versuchen, im Planspiel die Asylpolitik der Europäischen Union neu zu regeln.

Die Positionen der einzelnen Fraktionen, Länder und Interessengruppen liegen dabei weit auseinander. Einen ganzen Tag lang schlüpfen die Schüler in die Rollen von Ministern, Europaabgeordneten, Kommissionsmitgliedern, Pressevertretern und Lobbyisten. Obwohl sie sich ihre Rollen nicht selbst aussuchen durften, müssen sie aus der Perspektive des ihnen zugeordneten Akteurs argumentieren. „Es ist schwierig, glaubwürdig zu argumentieren, wenn man die Auffassung nicht teilt“, sagt Tamara. Dennoch hält die 16-Jährige das Planspiel für eine gute Idee: „Es ist eine bessere Art, Jugendlichen Politik nahezubringen als ein Vortrag.“ So ähnlich sieht das auch Diana (15): „Es ist interessant, mal einen Einblick zu bekommen, was alles passieren muss, bevor eine politische Entscheidung getroffen wird.“ Und Maurice (16) ergänzt, mithilfe des Planspiels verstehe man die Prozesse leichter, als wenn man nur darüber lese. Oder im Fernsehen etwas darüber sieht: „Das mal in der Realität zu erleben, ist deutlich besser“, meint Sarjeel (16).

Darum geht es den Machern des Planspiels: „Wir wollen Politik greifbar machen“, sagt Johannes Bodensteiner von der Firma Valentum. Mit zwei Kollegen leitet er das Planspiel in Remchingen. „Oft merken die Schüler, dass politische Fragen hoch kompliziert sind und verstehen, warum Entscheidungen lange dauern.“ Die Schüler in Remchingen seien „super engagiert“ bei der Sache, sagt Bodensteiner. Auch Kathrin Wimmer lobt ihre Schüler. So etwas könne man im normalen Unterricht sonst nie machen, sagt die Lehrerin, die sich bei der Friedrich-Ebert-Stiftung um eine Teilnahme an dem Planspiel beworben hatte.