nach oben
Fußstreifen machen Anwohner wachsam: Das Konzept – hier sind Frank Krebs (links) und Paul Czerkies in einem Wohngebiet in Serres unterwegs – funktioniert. Viele Ermittlungserfolge der Polizei gehen auf Tipps von Nachbarn zurück. Foto: Schierling, Archiv
Fußstreifen machen Anwohner wachsam: Das Konzept – hier sind Frank Krebs (links) und Paul Czerkies in einem Wohngebiet in Serres unterwegs – funktioniert. Viele Ermittlungserfolge der Polizei gehen auf Tipps von Nachbarn zurück. Foto: Schierling, Archiv
04.11.2016

Polizei setzt gegen Einbrüche auf Spezialisten und auf wachsame Bürger

Die jüngsten Fälle waren für die Betroffenen einmal mehr aufreibend. Unbekannte hatten am Donnerstagabend gegen 21.15 Uhr im Marxenäckerweg in Neuenbürg die äußere Scheibe einer doppeltverglasten Terrassentür eingeschlagen. Dadurch aufgeschreckt, ging der Hausbesitzer die Treppen nach unten, um nachzusehen. Die Täter nahmen Reißaus und entkamen einer Fahndung mit mehreren Polizeistreifen. In Mönsheim hatte ein Mann ebenfalls am Donnerstag drei Einbrecher überrascht, als er kurz nach 20 Uhr nach Hause kam. Sie hatten einen Kleinwagen in der Ringstraße geparkt und brausten ohne Licht davon.

Nur zwei weitere Beispiele, die zeigen, dass die Polizei zurecht vor einem erneuten Anstieg der Wohnungseinbrüche in der dunklen Jahreszeit warnt. Alleine am vergangenen Wochenende hatte die Polizei Tatorte in Pforzheim, Ölbronn, Schwann, Ersingen, Ötisheim, Öschelbronn, Niefern, Enzberg und Birkenfeld gemeldet. Trotz einiger Ermittlungserfolge waren die Einbruchszahlen in den letzten Jahren hoch – und geprägt von immer neuen Verschiebungen, so Polizeisprecher Ralf Minet. Im Sommer hatten Täter besonders Stadtgebiete wie in Karlsruhe im Visier. Bei längerer Dunkelheit nähmen sie nun wieder eher die Dörfer in den Blick. „Täter sehen schnell, ob ein Gebäude beleuchtet ist oder nicht.“ Vermuten sie die Bewohner außer Hauses, schlagen sie zu.

Die Polizei weiß um das Risiko. Und um das Sicherheitsbedürfnis der Bürger. Denn das hat zuletzt gelitten. Das jedenfalls schilderte Eisingens 2. Bürgermeister-Stellvertreter Christoph Schickle vergangenen Freitag auf dem CDU-Kreisparteitag in Enzberg. Er erläuterte, warum so oft der Ruf nach privaten Security-Firmen laut werde. Landtagsabgeordneter Thomas Blenke, ein Sicherheitsexperte seiner Partei, versteht das, hält die Sicherheit aber für eine der zentralen Aufgaben des Staates. Die Landesregierung wolle deshalb die Polizei personell stärken. 1500 zusätzliche Stellen kündigte Blenke in Enzberg an – unter dem Applaus der CDU-Mitglieder.

Woher aber nimmt das Land die versprochenen neuen Kräfte? Blenke selbst hatte im Wahlkampf immer wieder darauf hingewiesen, dass die benötigten Polizisten erst ausgebildet werden müssten. Im Haushaltjahr 2017 sehe man zunächst 381 zusätzliche Stellen vor, so Blenke. Viele davon sollen keine Beamten besetzen, sondern Angestellte, die kurzfristig eingestellt werden könnten. Die Idee dahinter ist: Sie sollen Büroaufgaben übernehmen und Polizeibeamten mehr Zeit für die Straße verschaffen.

Mehr lesen Sie am Samstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.