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Symbolbild: Ketterl
Symbolbild: Ketterl
17.02.2016

Polizeieinsatz in Zelt-Asylunterkunft wegen Waschmaschinen-Streit

Der Polizeieinsatz in der Zelt-Asylunterkunft Eutinger Straße in Niefern am Dienstagabend sah sehr groß aus. Am Mittwoch korrigierte die Polizei die Zahl der eingesetzten Streifenwagen auf 15. Kann es sein, dass trotzdem ein letztlich nichtiger Anlass dahintersteckte, wie die Polizei gemeldet hatte? In Kommentaren zum Bericht auf PZ-news und über soziale Netzwerke wurde diese Frage teils von Beobachtern aufgeworfen. Laut Helfern vor Ort lautet die Antwort: Es war keine große Sache.

Wie Polizeisprecher Ralf Minet berichtet, hatte der Sicherheitsdienst der Unterkunft eine Auseinandersetzung mit mehreren Dutzend Beteiligten gemeldet. Auch von einem Messer sei die Rede gewesen. Daraufhin rückte die Polizei gegen 18.50 Uhr mit starken Kräften aus. Anwohner sprachen sogar von über 15 Fahrzeugen. Beim Eintreffen hatte sich die Lage bereits weitgehend beruhigt, so Minet. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass es Streit zwischen Irakern und Syrern über die Benutzung einer Waschmaschine gegeben habe. Zu Straftaten sei es nach bisherigem Stand nicht gekommen.

Weder sei ein Messer festgestellt worden, noch habe jemand entsprechende Verletzungen gehabt. Der Rettungsdienst musste dagegen eine Frau wegen Kreislaufbeschwerden behandeln. So bestätigt das auch Daniela Kneis, Pressesprecherin der Roten Kreuzes. Die Besatzung eines Rettungswagens und ein Notarzt hätten die Frau ambulant versorgt.

Stefan Ermentraut, Flüchtlingsbeauftragter von Niefern-Öschelbronn, betont, dass es in beiden großen Unterkünften der Gemeinde sehr geordnet zugehe. Weder in der Schulturnhalle mit 65 Plätzen noch in der Zeltstadt mit 80 Bewohnern seien Auseinandersetzungen eskaliert. Wie bei einem früheren Polizeieinsatz habe es sich erneut um Reibereien wegen der beengten Verhältnisse gehandelt. Er war am Dienstag selbst vor Ort. Tatsächlich sei es um eine Waschmaschine gegangen. Ein Mann habe eine Frau darauf hingewiesen, dass sie das falsche Waschmittel benutze und ihre Wäsche aus der Trommel genommen. In der Diskussion habe sich die Frau so aufgeregt, dass sie einen Asthmaanfall erlitt. Deren Söhne wiederum seien daraufhin mit dem Mann aneinandergeraten. Der Streit sei aber schnell geschlichtet worden, so Ermentraut.

Beobachtungen von Bürgern, dass am Flüchtlingsheim regelmäßig Polizei zu sehen sei, habe nichts mit Straftaten zu tun, sagt Polizeisprecher Minet. Die Beamten würden routinemäßig an größeren Unterkünften vorbeifahren und nach dem Rechten schauen, sagt er. Die Polizei arbeite vorbeugend und wolle Präsenz zeigen.

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