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Polizisten von Asylbewerbern in Remchingen-Singen attackiert.
Polizisten von Asylbewerbern in Remchingen-Singen attackiert. © Seibel
03.09.2013

Polizisten von Asylbewerber mit Messer attackiert

Mit einem Messer hat ein 32-jähriger Iraker am Dienstagmorgen im Asylbewerberheim in Remchingen-Singen einen 52-jährigen Kriminalbeamten attackiert. Nur weil der Polizist in Selbstverteidigung ziemlich fit sei, konnte er den Angriff einigermaßen gut abwehren und wurde nicht getötet, machte der Pforzheimer Polizeisprecher Frank Otruba deutlich.

Dennoch erlitt der Kripo-Beamte eine etwa drei Zentimeter lange Schnittwunde am Schädel sowie eine Wunde an der Stirn. Er ist vorerst dienstunfähig. Zwei seiner Kollegen wurden leicht verletzt, als sie den Mann festnahmen – ein Polizist zog sich eine Schnittverletzung am Daumen, der Zweite Schürfwunden an der Schulter zu.

Dabei wollte die Pforzheimer Kripo bei ihrem frühmorgendlichen Besuch des Asylbewerberheims eigentlich nichts von dem 32-Jährigen. Vielmehr galt es, einen 30-jährigen Landsmann zu verhaften, dessen Zimmer verschlossen ist. Der 32-Jährige öffnete die Tür. Im Gegensatz zu seinem aggressiven Landsmann ließ sich der 30-Jährige später widerstandslos die Handschellen anlegen. „Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir nicht sagen, weshalb wir den 30-Jährigen festnahmen“, so der Pforzheimer Staatsanwalt Bernhard Ebinger.

„Ich bin entsetzt, so etwas habe ich in meinen dreieinhalb Jahren als Remchinger Bürgermeister noch nicht erlebt“, war die erste Reaktion von Luca Wilhelm Prayon (CDU). „Als Christ und Mitglied von Amnesty International bin ich dafür, durch politischen Druck in den jeweiligen Heimatländern der Asylbewerber solche Zustände zu schaffen, dass eine Flucht nicht mehr notwendig ist.“

Für Totschlag sieht das Strafgesetzbuch laut Presse-Staatsanwalt Ebinger Gefängnis nicht unter fünf Jahren und bis zu 15 Jahren vor. In besonders schweren Fällen sei auch eine lebenslange Haft möglich. Bei versuchtem Totschlag könne sich dieser Strafrahmen auf mindestens zwei Jahre Freiheitsentzug und höchstens elf Jahre und drei Monate reduzieren. Eine gefährliche Körperverletzung, also mit einer Waffe in der Hand, werde mit sechs Monaten bis zehn Jahre geahndet.

Polizisten in Baden-Württemberg leben gefährlich. 2012 wurden laut Innenministerium insgesamt 1828 Beamte verletzt – ein Plus von 14 Prozent gegenüber 2011. In Pforzheim ist die Situation nicht besser. Laut Otruba gab es im Vorjahr 123 Fälle von Widerstand. Dabei wurde 82-mal Gewalt angewendet, 32 Beamte wurden verletzt.

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