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Das gesamte Projektteam des 14. Schömberger Fotoherbstes mit den vier diesjährigen Preisträgern (vorne von links): Dominique Gross, Michael Paramonti, Sandra Hoyn und Eric Schütt. Ganz links im Bild: Kurator Joachim Kuolt.
Das gesamte Projektteam des 14. Schömberger Fotoherbstes mit den vier diesjährigen Preisträgern (vorne von links): Dominique Gross, Michael Paramonti, Sandra Hoyn und Eric Schütt. Ganz links im Bild: Kurator Joachim Kuolt.
07.11.2017

Preisverleihung zum Wettbewerb des „Schömberger Fotoherbst“

Schömberg. Sandra Hoyn hat als Fotografin schon vielen Preise gewonnen – in diesem Jahr zum Beispiel mit dem World Photography Award. Den „großen Hasiblad“ des Schömberger Fotoherbstes wollte sie auch unbedingt. Dieses Jahr hat’s geklappt. Womit die Pinnebergerin allerdings bereits das zweite Mal mit einem der Schömberger Fotopreise ausgezeichnet wurde: Vor zwei Jahren errang sie mit ihrer Foto-Serie über Orang Utans schon den Publikumspreis in der Kategorie Profis – und sah damals das erste Mal den vom Schömberger Künstler Malcolm Brook gestalteten hölzernen Foto-„Oscar“ mit Kurbelmechanik, den allerdings eben nur die jeweiligen Jury-Preisträger erhalten.

Dieses Mal also gab es zur Finissage im Kurhaus den großen Preis der Jury für Hoyns Foto-Reportage „Die Liebe der Anderen“, die Sex-Arbeiterinnen in einem der ältesten und größten Bordelle Asiens zeigt: dem abgeschotteten Blechhüttendorf Kandapara in Bangladesch. „Das sind nicht unbedingt schöne Bilder“, wie es Kurator Joachim Kuolt ausdrückte, aber „sehr berührende“.

In der Tat zeigen die Bilder, die Preisträger Hoyn zum 14. internationalen Festival für serielle Reise- und Reportage-Fotografie in Schömberg eingereicht hatte, den ganzen Schmerz der zum Teil minderjährigen Frauen beim Umgang mit ihren Freiern – so dass sich nicht nur Kurator Kuolt über diese Fotoarbeiten fragte: „Wie kommt sie nur so dicht ran?“ Hoyn klärte auf: „Diese Frauen sagen: Die Leute sollen sehen, wie wir uns fühlen.“ Und Kurator Kuolt wies darauf hin, dass „nicht die Bilder der Skandal sind – sondern das, was sie zeigen“ und was dort jeden Tag geschieht.

Hauchdünner Vorsprung

Der Jury-Preis bei den Amateuren wurde für eine Foto-Reportage aus Asien vergeben: Michael Paramonti fotografierte „Mr. Hong – der Kormoranfischer aus Xingping“ in China. Auch Paramonti ist in Schömberg kein Unbekannter, gewann 2015 beim letzten Fotoherbst bereits einmal den Jury-Preis für Amateure. Diesmal sei ihm wieder eine herausragende, „sehr stimmige, atmosphärisch dichte“ Fotoserie „unter schwierigsten Lichtverhältnissen“ gelungen, die zudem diesmal auch Einblicke ins Private seines Protagonisten erlaube.

Ganz anderer Natur sind die Arbeiten für die Publikumspreise: bei den Profis wurde Eric Schütt aus Karlsruhe für seine Serie „Dorfköniginnen – Porträts der letzten Frauen in Tracht“ ausgezeichnet, die hochbetagte Frauen aus unterschiedlichsten Regionen zeigt, die historische Trachten noch tatsächlich als Teil ihres Alltags trugen, und nicht aus künstlicher Folklore.

Der Publikumspreis der Amateure ging „mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur zwei Stimmen“, wie Kurator Kuolt berichtete, an den Schömberger Dominique Große für seine Aufnahmen von „Wales – Countryside and Seaside“, die Landschaftsaufnahmen in „traumhafter, geradezu viktorianischer Anmutung“ zeigen.

Bleibt noch, einen allerletzten diesjährigen Preisträger des Schömberger Fotoherbstes zu erwähnen: Das Modehaus Bertsch, das für „Das schönste Schaufenster“ als Kulisse der Foto-Schau ausgezeichnet wurde. Einen Preis, den Junior-Chef Udo Bertsch in Empfang nahm – und an seine Dekorateure weiterreichen werde.