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Ob Downhiller auch in Zukunft rasant vom Sommerberg ins Tal rauschen können, ist ungewiss. Foto: Thomas Dietze

Probleme auf dem Sommerberg: „Der Bikepark ist in Gefahr“

Bad Wildbad. Die Radsportakademie als Betreiberin des Bad Wildbader Bikeparks auf dem Sommerberg zieht gegen die Stadt vor den Bundesgerichtshof. Ende 2020 läuft der Pachtvertrag für den Bikepark zwischen Stadt und Radsportakademie aus. Denkbar schlechte Voraussetzungen für eine gute Zukunft der deutschlandweit bekannten Radsporteinrichtung. Wie geht es weiter mit dem Bikepark? Die PZ sprach darüber mit Radsportakademie-Geschäftsführer Heinz Betz.

PZ: Die Radsportakademie ist seit 16 Jahren auf dem Sommerberg. Lange Zeit war der Bikepark neben der Sommerbergbahn und dem Skihang die einzige Einrichtung, die Besucher auf den Berg lockte. Seither hat sich viel verändert. Fühlen sich die Downhiller (Bergabfahrer) noch wohl auf dem Sommerberg?

Heinz Betz: Für den Downhiller kann ich nicht sprechen. Wir als Betreiber haben eine gute Auslastung des Bikeparks. Nach 16 Jahren auf dem Sommerberg fühlen wir uns als Bad Wildbader, trotz der kleinen Nebengeräusche, die im Moment da sind. Allerdings bereiten uns die Transportprobleme Zahnschmerzen.

PZ: Sie haben das Gelände von der Stadt gepachtet. Nun ziehen Sie gegen die Stadt vor Gericht. Der Bundesgerichtshof soll entscheiden, ob die Stadt dazu verpflichtet ist, die Radsportler mit der Bergbahn zu transportieren. Schadet dieses Vorgehen nicht Ihrem Verhältnis mit der Stadt?

Heinz Betz: Ich würde es bedauern, wenn es schaden würde. Natürlich haben wir das immer im Hinterkopf, weil es für die Radsportakademie und deren Mitarbeiter entscheidend ist, ob es weiter geht. Wir müssen uns aber auch die Frage stellen, ob der Bikepark in Zukunft noch wirtschaftlich tragbar ist, wenn der Shuttle an Wochenenden und Feiertagen weiterhin selbst organisiert werden muss.

PZ: Ist der Bikepark also in Gefahr?

Heinz Betz: Ich würde sagen ja! Es ist bereits 5 vor 12! Der Bikepark kann nur überlebensfähig sein mit einem funktionierenden Transport beziehungsweise einer Aufstiegshilfe. Wie im Skigebiet auch. Es ist ja nicht nur so, dass wir die Biker auf unsere eigenen Kosten auf den Berg hochbringen, welche nun um über 100 Prozent gestiegen sind. Zusätzlich gibt es auch ein Verkehrsproblem. Die Straße auf den Sommerberg ist sehr eng. Hinzu kommt ein schlechtes Verkehrs-Leitsystem, das zu viele Autofahrer veranlasst, hinauf zu fahren. An schönen Tagen bilden sich unendlich lange Autoschlangen vor dem Parkplatz. Für unseren Shuttle bedeutet das, dass er dort nicht passieren kann und dadurch der Bikepark-Betrieb zum Stillstand kommt. Das führt natürlich zu einer Unzufriedenheit bei unseren Gästen, was wir mit kostenfreien Zusatzleistungen versuchen zu kompensieren.  

Das gesamte Interview lesen Sie am 6. März in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.