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13.05.2009

Professionell betriebene Cannabis-Plantage im Wohnhaus

CALW. Im Mai sprießt unter der warmen Frühlingssonne nicht nur das junge frische Grün an den Bäumen, in Calw grünt es sogar in geschlossenen Räumen ohne Sonnenlicht ganz prächtig. Pech nur für zwei junge Männer mit dem etwas anderen grünen Daumen, dass die Polizei nicht damit einverstanden gewesen ist, dass sie in einem leeren Mehrfamilienhaus eine professionell anmutende Indoor-Plantage mit verbotenen Cannabis-Pflanzen gepflegt haben.

Durch einen Zeugenhinweis wurde die Calwer Kriminalpolizei auf diese Cannabis-Indoor-Plantage in einem Calwer Stadtteil aufmerksam. Wie erst jetzt von der Polizei bekanntgegeben wurde, nahmen am vergangenen Freitag acht Beamte die Plantage unter die Lupe. Rund 350 Cannabis-Pflanzen wurden beschlagnahmt. Anstatt in gepflückter und verarbeiteter Form in den Händen von Drogendealern zu landen werden diese Pflanzen nun von der Polizei vernichtet.

Die Zucht der Cannabis-Pflanzen soll von zwei 29- und 30-jährigen Tatverdächtigen in einem seit längerer Zeit vollständig unbewohnten Mehrfamilienhaus professionell betrieben worden sein. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass die Anlage seit Sommer 2008 besteht. In vier großen Räumen wurde angepflanzt, hinzu kamen Trockenräume sowie Verpackungs- und Verarbeitungsräume.

Aus den vorgefundenen 350 Cannabis-Pflanzen hätte sich ein Verkaufserlös von mehr als 25.000 Euro erzielen lassen. Nach den Erkenntnissen der Polizei wurde eine Ernte im Wert von rund 10.000 Euro im Februar dieses Jahres verkauft.

Ein 29-jähriger Tatverdächtiger wurde am Freitagabend an seiner Arbeitsstelle im Großraum Stuttgart festgenommen. Die Ermittlungen führten dann zu einem 30-Jährigen als mutmaßlichen Mittäter. Er wurde am Montagabend in einem Stadtteil von Stuttgart festgenommen. Der 30-Jährige ist wegen eines gleich gelagerten Delikts bereits polizeilich in Erscheinung getreten. Beide Männer wurden am Amtsgericht Tübingen dem zuständigen Richter vorgeführt, der Haftbefehle erließ.