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Lorenz Praefcke hat im Remchinger Gemeinderat das Handtuch geworfen.
Lorenz Praefcke © PZ-Archiv
28.01.2011

Protest: Lorenz Praefcke tritt als Gemeinderat zurück

REMCHINGEN. Mit einer faustdicken Überraschung begann die Remchinger Gemeinderatssitzung: Weil sich der Arzt Lorenz Praefcke über eine nichtöffentliche Beratung ärgerte, erklärte er sein Ausscheiden aus dem Ratsgremium.

Der 72-jährige Freie Wähler gehörte seit elf Jahren dem Kommunalparlament und war zuletzt mit 3.492 Stimmen Rekordmann auf der Liste der Freien Wählervereinigung. Praefcke hatte unmittelbar vor Beginn der öffentlichen Sitzung Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon darum gebeten, eine persönliche Erklärung verlesen zu dürfen. Über den Inhalt wusste der Schultes jedoch nicht Bescheid.

Dabei kritisierte Praefcke die in der nichtöffentlichen Beratung am 16. Dezember getroffene Behandlung der „Erstattung von Gutachterkosten des Altenpflegeheims“ als „grob verfahrensfehlerhaft“, da dieser Punkt nicht auf der Tagesordnung angekündigt gewesen sei. In der Sitzung sei es darum gegangen, ob eine Rechnung über 10.710 Euro für eine Consultingfirma von der Gemeinde übernommen würde.

Der Vorstand des Altenpflegeheims, dem er angehört, sei der Auffassung gewesen, dass in diesem Gutachten „wesentliche für die Gemeinde nutzbringende Fakten dargelegt wurden“. Er selbst, so Praefcke, habe einen fast gleich hohen Betrag, wie in der Gutachterrechnung verlangt, dem Pflegeheim gespendet, weil er auf jegliche ihm zustehende Aufwandsentschädigungen verzichtet habe.

Außerdem beklagte der Arzt: „In der Sitzung wurde von der CDU- und SPD-Fraktion der Eindruck erweckt, der Vorstand des Altenpflegeheims, und damit auch ich, hätten rechtswidrige Praktiken versucht. Aufgrund dieser Vorwürfe, die jeglicher Grundlage entbehren, trete ich von meiner Funktion als Gemeinderat mit sofortiger Wirkung zurück.“ Eine offizielle Verabschiedung wünsche er nicht. Bürgermeister Prayon bedauerte diesen Schritt.