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Das Hotel Krone an der Schömberger Ortsdurchfahrt ist seit dem Wochenende geschlossen. Das Calwer Landratsamt würde das Gebäude gerne kaufen und als Flüchtlings-unterkunft für 130 Asylbewerber nutzen.  Foto: Seibel
Das Hotel Krone an der Schömberger Ortsdurchfahrt ist seit dem Wochenende geschlossen. Das Calwer Landratsamt würde das Gebäude gerne kaufen und als Flüchtlings-unterkunft für 130 Asylbewerber nutzen. Foto: Seibel
13.10.2015

Protest gegen Asylpläne für Schömberger Hotel Krone

Will der Kreis Calw im Hotel Krone in Schömberg rund 130 Flüchtlinge unterbringen? Einzelhändler sammeln schon Unterschriften gegen den Standort in der Ortsmitte.

Die Pläne für das Schömberger Hotel Krone sorgen in der Gemeinde für Unruhe: Das Traditionshaus in der Ortsmitte, das seit dem Wochenende geschlossen ist, ist dem Landratsamt Calw angeboten worden. Derzeit laufen Gespräche, ob der Kreis das Gebäude übernimmt, um dort bis zu 130 Asylbewerber unterzubringen. Dagegen regt sich schon jetzt Widerstand im Ort. Am verkaufsoffenen Sonntag wurden Unterschriften gegen solch ein Projekt gesammelt. „Die Resonanz war sehr groß“, berichtet Rainer Zillinger, der einen Maler-Fachbetrieb hat und Feuerwehrkommandant des Ortes ist.

Alternativen suchen

Dabei sei man nicht generell gegen die Unterbringung weiterer Asylbewerber, betont er. Aber der Standort in der Ortsmitte mit den vielen Geschäften sei nicht gerade günstig für eine solche Nutzung. Hinzu komme die Größe der Einrichtung, die man ebenfalls kritisch sehe. „Es kann nicht das Ziel der Gemeinde sein, mitten im Ort eine so große Asylbewerber-Unterkunft zu haben“, so Zillinger. „Das wäre für die Entwicklung Schömbergs nicht zuträglich.“ Deshalb wollten die Einzelhändler nun gemeinsam mit der Gemeinde nach alternativen Lösungen suchen. Sprich: Kleinere Räumlichkeiten, die nicht ganz so zentral gelegen sind.

Bürgermeister Matthias Leyn bestätigt, dass das Landratsamt die Gemeinde Anfang vergangener Woche über die Pläne informiert habe. Er betont, dass man in Calw eigentlich nicht an den Gemeinden vorbei handeln wolle. Deshalb werde er nun möglichst schnell ebenfalls Gespräche mit dem Landratsamt, mit dem Gemeinderat, mit den Betroffenen führen. Ob es allerdings gelingt, alternative Objekte zu finden und ob das Landratsamt seine Pläne aufgeben wird – das sei völlig offen, so Leyn. „Ich sehe auch die Not des Landratsamtes, Plätze zu finden.“ Die Gemeinde könne sich nicht einfach verweigern, ohne Alternativen zu benennen. Er ist sicher, dass es schnell Klarheit geben wird – und die Bürger dann umfassend informiert werden.

Das sagt auch Anja Härtel für das Landratsamt Calw zu. Die Pressesprecherin betont, dass der Kreis die Karten für die Öffentlichkeit auf den Tisch legen werde, sollte es mit der Krone konkret werden. Derzeit sei es noch eine von mehreren Alternativen. Grundsätzlich sei der Kreis in der derzeitigen Situation aber froh um jedes angebotene Gebäude. In den Gesprächen mit den Beteiligten werde man auch die Befürchtungen der Schömberger einbeziehen, so Härtel. Prinzipiell bevorzuge der Kreis größere Einheiten, da man die Flüchtlinge dort besser betreuen könne. In kleineren Einheiten sei der Aufwand viel größer, so Härtel.

Inhaberin Beate Bürkin, die das Hotel seit vier Jahren leitet, wollte sich zum Stand der Dinge nicht äußern. Nur so viel: Sie sei bereit zu verkaufen. Auch zu den Hintergründen, die zu dem Aus für das Traditionshaus geführt haben, sagte sie nichts. Auf jeden Fall bietet sie die Einrichtung des Drei-Sterne-Hauses mit seinen 28 Gästezimmern bei Ebay zum Verkauf an. Auf der Internet-Plattform kann man zum Beispiel das Mobiliar oder Küchengeräte erwerben.