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Symbolbild: Adobe Stock 

Prozessbeginn nach Bluttat in Mühlhausen steht fest

Tiefenbronn-Mühlhausen. Es war eine Bluttat, die die ganze Region erschütterte: Wie berichtet, wurde am Nachmittag des 25.Mai dieses Jahres ein mittlerweile 61-jähriger Familienvater festgenommen. Er steht in dringendem Verdacht, seine 38-jährige Ehefrau und seinen achtjährigen Sohn getötet sowie seinem 11-jährigen Sohn lebensgefährliche Schnittverletzungen zugefügt zu haben. Vier Verhandlungstage hat das Landgericht Karlsruhe für den Prozess um das Familiendramaangesetzt. Auftakt ist am 21. Februar.

Die Tat ereignete sich in einem Wohnhaus im Tiefenbronner Ortsteil Mühlhausen, das die Familie sporadisch nutzte. Die Zweigstelle Pforzheim der Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat Anklage beim Schwurgericht am Landgericht Karlsruhe erhoben. Diese lautet auf Mord in zwei Fällen in Tateinheit mit versuchtem Mord und gefährlicher Körperverletzung (die PZ berichtete).

Mit Küchenmesser getötet

Dem 61-Jährigen wird vorgeworfen, seine Ehefrau und seinen jüngeren Sohn am frühen Nachmittag mit einem Küchenmesser getötet zu haben. Zuvor soll er diesen Substanzen mit dem in Beruhigungs- und Schlafmitteln enthaltenen Wirkstoff Benzodiazepin verabreicht haben. Gleiches gilt für seinen älteren Sohn, den er mit dem Küchenmesser lebensgefährlich am Hals verletzt haben soll. Diesem gelang es, schwer verletzt aus dem Haus zu flüchten. Sein Leben konnte durch umgehend eingeleitete medizinische Maßnahmen gerettet werden.

Die Anklageschrift geht vom Mordmerkmal der Heimtücke aus. Der Familienvater, der die Tat einräumt, soll von Anfang an geplant gehabt haben, nach der Tötung seiner Ehefrau und seiner Söhne selbst aus dem Leben zu scheiden. Diesem Plan entsprechend, soll er nach der Tat einen Cocktail aus Medikamenten und Alkohol zu sich genommen haben. Seine Beweggründe für den ihm vorgeworfenen, geplanten erweiterten Suizid konnten bislang laut Staatsanwaltschaft nicht geklärt werden. Die Anklage geht aber davon aus, dass die Schuldfähigkeit des Verdächtigen bei der Tat weder aufgehoben noch rechtserheblich eingeschränkt war.