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Als das CGS-Tanzpaar Mira Beck und Tim Sutter nach fast neun gemeinsamen Jahren auf der Bühne der Remchinger Kulturhalle den Abschied bekannt gibt, fließen bei manchen Besuchern sogar Tränen. Das Publikum forderte prompt eine Zugabe der beiden.  Foto: Zachmann 
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Die Spargelbadscha aus Graben-Neudorf heizen bei der Prunksitzung der Carnevals-Gesellschaft in der ausverkauften Kulturhalle mit ihrer Guggenmusik ein.  Foto: Zachmann 

Prunksitzung bei Singens Spaßvögeln mit Abschiedstanz und Spitzen zur Kommunalpolitik

Remchingen-Singen. Das konnte keinen Spaßvogel im Nest halten: Mit einem fünfstündigen närrischen Bühnenprogramm begeisterte die Singener Carnevals-Gesellschaft rund 450 Besucher in der Remchinger Kulturhalle, die binnen vier Tagen ausverkauft war.

Ordentlich und lautstark eingeheizt von den grünblauen Guggenmusikern „Schbargelbadscha“ aus Graben-Neudorf unter Leitung von Manuela Nagel hieß es hoch die Beine für die kleine Garde um das strahlende Tanzmariechen Mia Pizzino (trainiert von Marlén Hoffmann, Heike Schmidt und Nicola Gartner). Die kleinen Tanzmäuse hatten sich ins Piratenkostüm geworfen, während die mittlere Garde (von Sara Müller und zum letzten Mal von Romina Santoro) einen modernen Marsch präsentierte.Die Prinzengarde (von Jenny Hurst und Ines Schöntaler) tauchte ganz und gar ein ins schillernde Thema „Burlesque“.

Für vorzeitige Aschermittwochs-Tränen sorgte das Tanzpaar Mira Beck und Tim Sutter. Seit 2008 hatten die beiden gemeinsam geprobt, beim Kinderfasching 2010 hatten sie ihren ersten großen Auftritt. Mit ihrem letzten Zweiertanz ging für sie und Trainerin Jenny Hurst eine Ära zu Ende, die die ganze Halle rührte: „Wir sind dankbar für jeden Moment, den wir hier mitnehmen durften.“

Mit gruselig-leuchtenden Fratzen und einem brodelnden Kessel machten die Singener Töpfleshexen (von Ramona Sauer) ihrem Namen alle Ehre. Heitere Wortspiele durften ebenso wenig fehlen: Zahlreiche Büttenredner und Witzakrobaten kündigte der selbst ebenso wenig auf den Mund gefallene Moderator Nino Arcuri an.

Die Remchinger Kommunalpolitik ganz schön spitz aufs Korn nahmen die Königsbacher Semsegrebsler Klaus „Wuffi“ Wolf, Steffen Sitter und Uwe Daiminger, die sich am Ende einig waren: „Und wenn das neue Rathaus steht, dann wär es schad, wenn Luca geht.“

Auch der nach einem halben Jahrtausend aus den Trümmern der Wasserburg auferstandene Junker Martin (Gegenheimer) und seine holde Eva von Etter (Amélie Schwenk) schienen bestens informiert: „Der neue Streit, das glaubt kein Hase, geht um die Ortsteilverbindungsstraße. Es fragt sich hier bald Maus und Mann: Tritt Luca Willi wieder an?“

Apropos Rathaus: „S Lebe isch wie ä Baustell: alles dreht sich ums Anbaggern, Aufreißen und Rohre verlegen“, stellten die Wilferdinger Waschweiber Helene Schwarz und Monika Foemer fest. „Ich such en Mann und des schon lang“, brachte es schließlich die Kronauer Büttenrednerin Hildegard (Helga Kowohl) auf den Punkt, mit der das begeisterte Narrenvolk sogleich über einen Zehnjahres-Vertrag verhandelte.

Hautnah erleben konnten die Besucher die CGS-Hausband „Herzblatt“, die zum Schunkeln animierte, und die Stimmungskanone Marius Neumann. In fescher Lederhose mischte sich der 18-jährige Sänger aus Königsbach mitten unters Publikum, stieg auf die Tische und sorgte spontan für eine Polonaise durch die bunte Halle.