760_0900_64028_Schellbronn_Prunksitzung_17_2017_02_11_37.jpg
Erotik pur: Die Große Garde des narrenbunds Schellau verführte das Publikum auf tänzerische Art und Weise.  Foto: Fux 
760_0900_64030_Schellbronn_Prunksitzung_17_2017_02_11_37.jpg
Auf der Mauer, auf der Lauer: Fabian Ochs nahm den neuen US-Präsidenten Donald Trump auf die Hörner.  Foto: Fux 
760_0900_64029_Schellbronn_Prunksitzung_17_2017_02_11_37.jpg
Vernetzt: Bürgermeister Oliver Korz und Schellau-Präsidentin Patricia Hoenke.  Foto: Fux 

Prunksitzung des Narrenbundes Schellau mit tänzerischen Déjà-vus

Neuhausen-Schellbronn. Normalerweise lebt die große Prunksitzung des Narrenbundes Schellau von neuen, flotten Tänzen. Glanzvoll waren diese zwar, aber viele waren nur ein Aufguss der Eröffnungsprunksitzung vom November, so- dass aufgrund zahlreicher Wiederholungen unterschiedlicher Garden- und Tanzmariechenauftritte etliche tänzerische Überraschungen auf der Strecke blieben. Auch wenn damit närrisch kokettiert und parodiert wurde, so hatte das Stammpublikum mehrfach ein Déjà-vu.

Schellbronn Prunksitzung 17 2017-02-11 376
Bildergalerie

Schellbronn: Prunksitzung des Narrenbundes Schellau

Ganz anders das Männerballett, das in Baströckchen und Hawaiiketten eine pfiffige und neue Choreografie auf die Bühne zauberte und mächtig für Stimmung sorgte. Auch die Mittlere Garde hatte eine tolle Idee und tänzerisch und optisch mit Schwarzlicht gespielt. Leider nicht zu Ende führen durfte die Große Garde ihren erotischen Tanz, denn Prinzessin Sandra III. hatte närrisch keck dazwischen gerufen: „Wir sind hier in der Prunksitzung und nicht auf der Reeperbahn“.

Nicht müde, Neues zu erlernen ist indes das kleine Tanzmariechen Malin Sayle, das Handstände, Räder, mehrfache Spagate mit solch einer Leichtigkeit fabriziert, dass es einfach Spaß macht, dem kleinen Wirbelwind zuzuschauen. Schluss als doppelte Tanzmariechen auf der Schellaubühne machen nun Lisa Quessel und Anika Schneider, die über Jahre synchron über die Bretter tanzten.

Eine tolle Premiere in der Bütt feierte indes das Geschwisterpaar Benni und Kim Wettstein, die die besten Witze aus dem Kuhstall parat hatten und zum Lachen der Zuschauer ein Kreuzworträtsel auf ureigene Art lösten. Der Narrenbund Schellau wäre um viele lokale und politische Beiträge ärmer, hätte er nicht Moderator Fabian Ochs, der vor einer Mauer sitzend Trumps politische Unfähigkeit besang: „Hey Mr. President, warum baust du eine Mauer?

Kümmere dich lieber um die First Lady, aber die hat auch keinen Bock auf dich und die Mauer.“ Und noch eine Botschaft hat Friseur Ochs für den amerikanischen Präsidenten: „Geh’ endlich zum Friseur. Ich kann den grauen Ansatz nicht mehr sehen.“ Fabian Ochs nimmt an anderer Stelle den nicht vorhandenen Handyempfang in Schellbronn, „im Diamanten, im Filetstück der Gesamtgemeinde“ auf die Schippe und gründet spontan mit Bürgermeister Oliver Korz und Schellau-Präsidentin Patricia Hoenke eine „Schellbronn goes Mobile“-Aktivistengruppe. „Wenn wir die Antenne auf die Kirche machen, wird diese verstrahlt, dann gehen noch weniger in die Kirche“, wendet sich Ochs an Pfarrer Wolfgang Kribl und empfiehlt ihm, den Gottesdienst auf Facebook zu übertragen.

Eva Kocherscheidt und Andrea Boppenhausen hecheln im Gymnastikdress so manches durch und kümmern sich um den Männerschnupfen des Bürgermeisters. Christine und Patrick Ochs frotzeln als Paar auf der Bühne und kommen nach der Versöhnung auf die Idee, sich im kommenden Jahr als Prinzenpaar beim Neuhausener Fastnachtsverein Hau-Hu zu bewerben und setzen damit eine närrische Spitze gegen das derzeit amtierende, aber altersmäßig reife Prinzenpaar.