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Für den spektakulären Höhepunkt beim Kelterner „Race-Day“ sorgte Stuntman Marco König am Steuer des dunklen Unfallwagens. Rettungskräfte holten ihn als weiteren Teil der Übung nach seinem nachgestellten Crash aus dem Fahrzeug. Den zahlreichen jungen Zuschauern sollte die Unfall-Show die Gefahren von Unachtsamkeit im Straßenverkehr verdeutlichen. Foto: Zachmann
Für den spektakulären Höhepunkt beim Kelterner „Race-Day“ sorgte Stuntman Marco König am Steuer des dunklen Unfallwagens. Rettungskräfte holten ihn als weiteren Teil der Übung nach seinem nachgestellten Crash aus dem Fahrzeug. Den zahlreichen jungen Zuschauern sollte die Unfall-Show die Gefahren von Unachtsamkeit im Straßenverkehr verdeutlichen. Foto: Zachmann
01.10.2017

„Race Day“ in Keltern sensibilisiert junge Leute für sicheres Fahren

Keltern-Ellmendingen. Ausnahmsweise ausdrücklich erwünscht waren zahlreiche Schaulustige bei einem spektakulären Autocrash, den Stuntman Marko König am Samstagnachmittag vor der Ellmendinger Kartbahn nachstellte. Beim „Race Day“ Im Rahmen des „Schutzengel“-Präventionsprojekts der Polizei raste er mit 50 Sachen in ein stehendes Fahrzeug, drückte es meterweit zur Seite und ließ eine danebenstehende Puppe davonschleudern.

So demonstrierte König vor allem dem jungen Publikum, wie schwerwiegend Unfallfolgen bereits bei dieser Geschwindigkeit sein können. Gleichzeitig mimte König den Schwerverletzten, den das Deutsche Rote Kreuz Keltern in gemeinsamer Aktion mit der Freiwilligen Feuerwehr mit schwerem Geräteeinsatz übers aufgeschnittene Dach rettete. Die Einsatzleiter kommentierten die Rettungskette für das Publikum.

Warnung vor Risiken am Steuer

„Hätte ich Halskrause und Brustpanzer nicht an, hätte ich tausendprozentig ein Halswirbelsyndrom oder einen Knick“, stellte der aus der Region stammende Stuntman fest, der sich außer für Kinoproduktionen regelmäßig auch zur Prävention hinters Steuer setzt und dabei ein gewagtes, aber in seinem Fall eben kalkulierbares Risiko eingeht. „Einmal kurz aufs Handy geschaut oder nicht achtgegeben und schon passiert es“, warnte der Profi die jungen Fahrer.

Alkohol am Steuer, Ablenkung, überhöhte Geschwindigkeit, dazu Risikofreude und Überschätzung: Rund doppelt so häufig wie ihr Anteil an der Bevölkerung tauchen die 18- bis 24-Jährigen in der Unfallstatistik des Straßenverkehrs auf – eine Zahl, die dem Ersten Polizeihauptkommissar Wolfgang Schick und seinen Kollegen seit Jahren keine Ruhe lässt. Erfolgreich etabliert haben sie mittlerweile das „Schutzengel“-Projekt in Pforzheim, im Enzkreis und Kreis Calw, im Rahmen dessen bereits 3500 junge Leute ab 16 Jahren zu wertvollen Botschaftern wurden. Unterstützt von einigen Aktionspartnern, darunter auch die Krankenkasse IKK classic, konnten am Samstag über 130 Jugendliche in der Ellmendinger Speed-Indoorkartbahn kostenlos rasante Runden drehen, sich fürs Siegerpodest qualifizieren – und nebenbei zwischen Verkehrstrainer und Aufprallsimulator im Gespräch mit den Experten fürs Leben lernen.

„Ich fahre gerne Kart und konnte dazu noch viele Informationen mitnehmen“, freute sich die 22-jährige Ann-Kathrin Mayer aus Neulingen. „Auch die Unfalldarstellung war spektakulär und sinnvoll: Da denken hoffentlich viele künftig besser darüber nach, ob sie beim Autofahren noch aufs Handy schauen.“ Schon während der Schulzeit hat sich Dennie Rothbächer fürs Schutzengel-Projekt entschieden und kann es nur weiterempfehlen: „Das war alles andere als Zeitverschwendung“, stellte der 21-jährige Student fest. Zum Kartevent hat er seine Kommilitonen Fabian Furtwängler und Mischa Geörg mitgebracht: „Der Unfall war spektakulär und der Aktionstag hat viel Spaß gemacht – wir hoffen, dass es etwas bringt!“