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Das Innenleben des neuen Blitzergeräts namens Sonja zeigt Hermann Scherrer von der Verkehrsüberwachung Enzkreis bei der Premiere Mitte Juli in Stein. Foto: Meyer, Archiv
Das Innenleben des neuen Blitzergeräts namens Sonja zeigt Hermann Scherrer von der Verkehrsüberwachung Enzkreis bei der Premiere Mitte Juli in Stein. Foto: Meyer, Archiv
Ganz schön mächtig baut sich die Radarfalle auf: Beim ersten Einsatz des mobilen Starenkastens im Juli in Steins Ortsdurchfahrt erwischt das Gerät viele Temposünder. Foto: Meyer, Archiv
Ganz schön mächtig baut sich die Radarfalle auf: Beim ersten Einsatz des mobilen Starenkastens im Juli in Steins Ortsdurchfahrt erwischt das Gerät viele Temposünder. Foto: Meyer, Archiv
20.08.2017

Radargerät „Sonja“ soll abschrecken - nachts jeder zweite Fahrer zu schnell

Enzkreis/Königsbach-Stein. Sonja hat die Firma Radarrent das hochmoderne Blitzergerät benannt, das der Enzkreis jetzt nutzt, um eine Lücke in der Überwachung der Verkehrsgeschwindigkeiten zu schließen. Sonja beobachtet die Raser rund um die Uhr, ohne Personaleinsatz, in beiden Richtungen und schießt im Falle des Falles scharf, wie die PZ berichtete. Eine Woche lang hat die Anlage vor einem Monat in Stein auf der Hauptstraße Temposünder ins Visier genommen. Nachts dürfen Autofahrer dort höchstens mit 30 Kilometern pro Stunde (km/h) durch. Ganz schön viele Fahrer tappten in Sonjas Falle.

„In Richtung Eisingen war in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr jeder zweite Fahrer in Stein zu schnell“, zog Oliver Müller als Leiter des Straßenverkehrs- und Ordnungsamtes jetzt die erste Bilanz nach Sonjas einwöchigem Einsatz in der Gemeinde. Der größte Sünder: „Einer fuhr mit 68 Kilometern pro Stunde durch den Ort.“

Rund ein Fünftel der Fahrer habe die Tempo-30-Regelung um mehr als die magischen 20 Sachen überschritten. Denn diesen Fahrern flattert demnächst ein Bußgeldbescheid mit einem Punkteeintrag ins Haus. Wer innerorts die zulässige Geschwindigkeit um mehr als 20 Kilometer pro Stunde übertrifft, bekommt einen Punkt, ab 61 km/h sind es dann schon zwei Punkte. Sonja soll abschrecken. Das tut sie ganz offensichtlich auch.

Das neue Radargerät hat denn auch schon die ersten Attacken ausgelöst, erzählt Müller: „Einer sprühte Farbe auf das Glas, das die Kamera schützt, ein anderer deckte die Scheibe mit Zeitungspapier ab.“ Schließlich musste der Starenkasten noch einmal neu ausgerichtet werden, so Müller. Wie viele Temposünder in der anderen Richtung nach Königsbach erfasst wurden, steht noch nicht fest. Da liege die Auswertung noch nicht vor, so Müller.

Anwohner begrüßen Einsatz

Die Anwohner in Stein freuten sich jedenfalls über Sonjas Blitzereinsatz. Stellvertretend für mehrere schrieb ein Bürger laut Müller dem Verkehrsamt: „Wir haben den Eindruck gewonnen, dass nachts erstmals viele Autofahrer langsamer als bisher waren und Tempo 30 beachtet haben.“ Wo Sonja demnächst hinkommt, sei noch nicht geklärt, so Müller. Im Blickfeld stehen im Enzkreis die 17 Gemeinden, in denen die Verkehrsbehörde inzwischen Tempo 30 genehmigt hat. Unter die Lupe nehme das Landratsamt außerdem Stellen mit Gefahrenpotenzial – wie zum Beispiel Schulen oder Kindergärten. Denkbar sei für ihn, Sonja nach Arnbach, Dürrn oder Nöttingen in die Nähe der Grundschulen zu transportieren. Sonja braucht freilich etwas Platz auf Parkflächen für seine Arbeit.

Der Enzkreis überwacht den Verkehr zum einen mit stationären Anlagen in Bauschlott, Neuenbürg, Königsbach sowie den zwei Super-Blitzern in Niefern und am Illinger B 10-Eck. Mobile Kontrollen gibt es täglich wechselnd an rund acht Stellen im Kreisgebiet. Jetzt kommt Sonja dazu.

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