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Der Kreisel im „Plötzer“. Hinten rechts das gleichnamige Königsbacher Sportgelände. Foto: Faulhaber/PZ-Archiv
Der Kreisel im „Plötzer“. Hinten rechts das gleichnamige Königsbacher Sportgelände. Foto: Faulhaber/PZ-Archiv
03.02.2017

Rätsel des Alltags: Was steckt hinter dem Sportplatzgelände-Namen „Plötzer“?

Flurnamen haben so ihre Tücken: Da hat einst ein neu zugezogener PZ-Sportvolontär aus der „Rattach-Truppe“ – wie die Fußballer des FC Eutingen genannt wurden, weil sie in Eutingen auf dem Sportplatz im „Rattach“ spielten – kurzerhand die „Truppe von Trainer Rattach“ gemacht. Dabei weiß doch eigentlich jeder (der mal schnell in Georg Rebles „Geschichte der Gemeinde Eutingen“ schaut): Rattach kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie Sumpf – naheliegend angesichts der benachbarten Enz. Die Fußballer des SV Königsbach spielen im „Plötzer“. Wo, fragen Sie? Ja, das fragen sich die Kicker auch! Denn bei diesem Flurnamen weiß man eben nicht so genau, wo er herkommt.

So rätselt schon das Königsbacher Heimatbuch: „Vielleicht hängt das Wort mit Blatter zusammen.“ Also, nicht mit dem. Nicht, dass Sie denken, die Gemeinde hätte ihr Sportgelände einst extra so genannt, um damit vielleicht den Sepp bauchzupinseln und die Fußball-WM nach Königsbach zu holen. Nein, es geht um „die Blatter“, „was eine Hautblase, ein Bötzlein, eine Pocke bedeutet.“ Gut möglich, heißt es weiter im Buch, dass eine kleine runde Erhebung im ansonsten ebenen Gelände dem Gewann seinen Namen gegeben habe. Aber sicher weiß man’s halt nicht.

Bei der Suche nach der Auflösung setzt „Heimatstark“ nicht nur auf Experten, sondern auch auf die breite Wissensbasis der Leser. Also: Sind Sie zufällig Sprach- oder Flurnamenforscher? Haben Sie Theorien zur Herkunft des Wortes „Plötzer“? Kennen Sie andere rätselhafte Flurnamen? Dann schreiben Sie an „Heimatstark“, per Post (Pforzheimer Zeitung, Ressort Region, Poststraße 5, 75172 Pforzheim) oder per E-Mail (region@pz-news.de) oder diskutieren Sie auf der Facebookseite der PZ mit.

In loser Folge versucht „Heimatstark“, solche kleinen Alltagsrätsel zu lösen: Wo spezielle Flurnamen herkommen, welche Tradition hinter Bräuchen steckt, welche Geschichte sich hinter einem Gedenkstein oder

alten Mauerresten verbirgt. Viele solche Phänomene hat Schwarzwaldvereins-Wanderführer Hartmut Fieß beigesteuert, der bei seinen Streifzügen durch die Natur öfter mal über solche Rätsel stolpert.

Zuletzt war „Heimatstark“ auf der Suche nach der Geschichte hinter dem eingemeißelten „Kartoffelsalat 97“ in einem Torbogen der Burgruine Liebeneck über dem Würmtal. Außerdem versuchte „Heimatstark“ herauszufinden, welche der Legenden, die sich um einen Sühnestein in Salmbach ranken, wahr ist.