760_0900_141035_ROL_WELTSPIELETAG_3.jpg
Auf Geschicklichkeit kommt es an: Beim Weltspieletag gab es vor der Kulturhalle auch eine Station, bei der die Kinder versuchten, den kleinen Ball auf der schiefen Tafel nach oben zu ziehen, ohne, dass er in eines der Löcher fällt.  Foto: Roller 
760_0900_141034_ROL_WELTSPIELETAG_1.jpg
Offizielle Siegelübergabe: Dominik Bär, Christine Langen (beide Kinderfreundliche Kommune), Sachverständige Ulrike Kieninger, Kinder- und Jugendbeauftragte Michaela Ungerer und Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (von links).  Foto: Roller 

Rathausplatz wird Spielwiese: Weltspieletag lockt Besucher nach Remchingen

Remchingen. Fußbälle werden aufs Tor geschossen, zahlreiche Gesichter bunt geschminkt, Waffeln gebacken, Kunstwerke als Graffitis auf eine Stellwand gesprüht, Pedalos getreten und Bälle so geworfen, dass bei einem Treffer ein Taucher in ein Wasserbecken fällt. Ordentlich was los gewesen ist am Donnerstagnachmittag auf dem Platz zwischen dem Rathaus und der Kulturhalle in Remchingen. Für drei Stunden hat er sich in ein Paradies für Kinder, Jugendliche und Junggebliebene verwandelt.

Organisiert vom neu gegründeten Förderverein „Fördi“ hat dort der Weltspieletag stattgefunden, nachdem zuvor in der benachbarten Kulturhalle eine etwas förmlichere Veranstaltung über die Bühne gegangen war: Die Gemeinde Remchingen wurde erneut als kinderfreundliche Kommune ausgezeichnet und bekam das entsprechende Siegel vom gleichnamigen Verein überreicht.

Ein Siegel, das die Gemeinde bereits seit 2017 trägt, das „Herausforderung und Verpflichtung“ ist, wie Christine Langen betonte. Die stellvertretende Vereinsvorsitzende freut sich, dass Remchingen den eingeschlagenen Weg fortsetzen will und dafür einen zweiten Aktionsplan erstellt hat, der anzeigt, was man in den kommenden Jahren in Sachen Kinderfreundlichkeit noch erreichen will. Er beinhaltet 13 Maßnahmen, unter anderem die Einrichtung eines Kinder- und Jugendbüros und der Achter-Räte an den weiterführenden Schulen. Letztere sind ein Gremium, in dem sich achte Klassen intensiv mit ihren Ideen für die Gemeinde befassen. Langen betonte, schon im ersten Aktionsplan seien viele gute Projekte umgesetzt worden, etwa der unter Kinderbeteiligung gebaute Erlebnisplatz am neuen Rathaus. Lob gab es auch für die Arbeit von Michaela Ungerer, die bei der Gemeindeverwaltung die Kinder- und Jugendbeauftragte ist. Langen betonte: „Erfolg braucht viele Akteure.“ Wenn eine Gemeinde es wage, die Welt mit Kinderaugen zu sehen, werde dabei automatisch der Blick für das Wohlergehen aller Bürger geschärft. „Kinder wünschen sich in der Regel Frieden und Nachhaltigkeit.“

Auch Remchingens Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon betonte, dass ein Perspektivwechsel „furchtbar wichtig“ sei. Er versprach, an dem Projekt dranzubleiben. Und er freute sich, dass auch der Gemeinderat „mit Herzblut und Engagement“ dabei ist. „In Remchingen stürmen die Kinderrechte gen Himmel“, sagte Dominik Bär, Geschäftsführer der kinderfreundlichen Kommunen: „Es ist beeindruckend, wie breit die Kinder- und Jugendfreundlichkeit gespannt wird.“

Einen Eindruck davon hat nach der Siegelverleihung der Weltspieletag vor der Kulturhalle vermittelt. Es ist die erste große Veranstaltung des im Herbst neu gegründeten Fördervereins „Fördi“ gewesen, der damit den Kindern nach der langen Corona-Zeit wieder etwas bieten wollte. „Uns war es einfach wichtig, dass Kinder und Jugendliche wieder ganz unbeschwert Freude und Spaß an der Bewegung haben können“, sagte Vorsitzender Rainer Zilly im PZ-Gespräch. Deswegen hat man auch die Schulen angeschrieben. Die Schulsozialarbeiterinnen hätten berichtet, dass die Kinder leuchtende Augen hatten, als sie die Einladung bekamen.