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Fasching, Narren, Hexen, Guggenmusik

Beim Weilermer Rathaus-Sturm half auch keinen kräftige Gegenwehr von Kämmerer Frank Kern (l.). Der Schultes wurde gefangenen genommen und musste den Rathaus-Schlüssel abgeben. © Foto: Ossmann
Einen augenzwinkernden Hinweis auf den (Sanierungs-) Stau in Keltern hatten Bürgermeister Steffen Bochinger (Mitte), Bauamtsleiter Michael Mühlen (l.) und Kämmerer Frank Kern (r.). © Foto: Ossmann
09.02.2018

Rathaussturm in Weiler: Dann, wenn alle "g'nug g'schafft henn"

Keltern-Weiler. Wo andernorts die Stadt- und Gemeindeoberhäupter bei Rathaus-Stürmungen schon am Morgen entmachtet und Schüler befreit werden, da gönnt man sich in Keltern das närrische Vergnügen erst am Abend, wenn alle „g’nug g’schafft henn“, so Sandra Becker die Sitzungspräsidentin der Weilermer Honigschlecker.

In einem scherzhaften Dialog mit dem Gemeindeschultes, dem Kämmerer und dem Bauamtsleiter verlas sie bei der Weilermer Rathaus-Stürmung dem Amtschef ordentlich die Leviten, bevor dann die Hexen und mehrere weibliche Honigschlecker das Rathaus stürmten, um den Schultes gefangen zu nehmen und symbolisch den Rathaus-Schlüssel bis Aschermittwoch zu ergreifen. Da half auch keine Gegenwehr von allen dreien.

Bildergalerie: Narren nehmen Schultes in Keltern-Weiler gefangen

Über 150 Besucher verfolgten das närrische Spektakel, nachdem sie zuvor von der Kelterner Guggemusik den Bääreglopfa ordentlich den Marsch geblasen bekamen. Damit war die Stimmung gebührend angeheizt, um vom gefangenen genommenen Schultes zunächst die Krawatte und dann noch ein ordentliches Fass Bier zu fordern. Angesichts der gut gefüllten Gemeindekasse fiel ihm diese Zusage nicht schwer.

Einen kleinen Hinweis auf die weitere Verwendung der „Haushaltsmittel“ hatte das Gemeinde-Dreigestirn dann aber doch am Rande der Rathaus-Stürmung parat. Schon vor dem Sturm auf das Rathaus hatte die mit orangefarbenen Warnwesten und gelben Schutzhelmen ausgestattete Rathausspitze ein Baustellenschild mit dem Hinweis „Stau“ aufgebaut; gemeint damit war aber der Sanierungs-Stau“ – Dies als augenzwinkernder Fingerzeig auf die in den kommenden Jahren anstehenden Investitionen im zweistelligen Millionen-Bereich. Da fiel das Fässchen Bier dann nicht weiter in die Waagschale. Beim närrischen Publikum verfehlte es aber nicht die gute Stimmung, die mancher bis nach Mitternacht genoss.