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© Symbolbild: dpa
17.03.2015

Ratsmehrheit in Keltern stimmt gegen Umbau zur Asylunterkunft

Die Diskussion war lang, das Ergebnis der Kampfabstimmung eindeutig: Im Anhörungsverfahren votierte der Kelterner Gemeinderat am Dienstagabend im Ellmendinger Bürgersaal gegen das von der Gemeindeverwaltung beantragte Einvernehmen zu einem privaten Bauantrag, der die Errichtung einer Gemeinschaftsunterkunft für 41 Asylbewerber im Dietlinger Bebauungsplangebiet „Rait-Kempf III“ im Obergeschoss eines bestehenden Firmengebäudes vorsieht.

Das Areal an der Dieselstraße liegt im Dietlinger Gewerbegebiet und kann aufgrund des geänderten Baugesetzbuches grundsätzlich für Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte für Asylsuchende und Flüchtlinge genutzt werden. Nur fünf Stimmen gab es für den Verwaltungsvorschlag. Zehn Ratsmitglieder lehnten das Vorhaben ab, drei enthielten sich der Stimme. 

Nun ist als Entscheidungsgremium der Enzkreis am Zug. Er entscheidet letztlich über die rechtliche Zulässigkeit der privaten Baugenehmigung eines Antragstellers, der aus Keltern stammt. Schon vor der Sitzung hatte es eine Vorsitzung von Verwaltung und Rat mit dem Ersten Landesbeamten Wolfgang Herz und der Interessengemeinschaft gegeben, die aufgrund der Projektgröße Bedenken angemeldet hat. In öffentlicher Sitzung wurde deutlich, dass der Rat mit 20, statt 41 Asylsuchenden einverstanden wäre. Überdies müsse im Sinne von Gewerbetreibenden und Asylsuchenden ein Lärmgutachten Klarheit über mögliche Belastungen geben.