nach oben
Holz nach dem Einschlag:  Der Forst im Land kann Pollmeier nicht genügend Buchenholz-Nachschub garantieren.   Zucchi, dpa
Holz nach dem Einschlag: Der Forst im Land kann Pollmeier nicht genügend Buchenholz-Nachschub garantieren. Zucchi, dpa
18.03.2008

Reaktionen auf Pollmeier-Absage: Enttäuschung macht sich breit

Riesengroß ist die Enttäuschung über die Absage von Pollmeier bei Uwe Rupp, dem Bürgermeister der Standort-Gemeinde Heimsheim, die jetzt mit leeren Händen dasteht. Regionalverband und Landratsamt hätten sich für die Ansiedlung „mächtig ins Zeug“ gelegt. Jetzt komme es nicht zu der Investition in Höhe von 60 Millionen Euro, auch die Arbeitsplätze gingen verloren: „Und jeder Arbeitsplatz ist wichtig“, sagt Rupp.

Noch einen weiteren Grund für die Stadt Heimsheim, dem Projekt nachzutrauern, liefert Jens Kück, Direktor des Regionalverbandes Nordschwarzwald: „Pollmeier hat überall im ersten Jahr Gewerbesteuer bezahlt.“ Kück selbst hat die Ansiedlung von Anfang mit Nachdruck vorangetrieben: „Hätte ich gewusst, dass Pollmeier zuguterletzt nur 60.000 Festmeter Buchenholz zugesagt werden, hätte ich keinen Finger krumm gemacht.“

Wenn Kück die Nachricht auch „mit großem Bedauern zur Kenntnis“ genommen hat, so sei die Arbeit doch nicht umsonst gewesen: „Gemeinsam mit dem Landratsamt haben wir beispielhaft bewiesen, wie man in der Folge der Verwaltungsreform eine solche Ansiedlung zügig umsetzen kann.“ Für nicht gerechtfertigt hält Kück indessen die Kritik des Unternehmens an der CDU-Landtagsfraktion.

Auch Landrat Karl Röckinger bedauert, dass es nicht zu der Ansiedlung kommt, für die der Enzkreis extra eine „Task-Force“ gegründet habe: „Aber auf die anderen Rahmenbedingungen haben wir keinen Einfluss.“

Als „haltlos und polemisch“ weist die CDU-Landtagsfraktion die Vorwürfe der Firma Pollmeier in einer Stellungnahme zurück. Die Fraktion habe im Rahmen der Evaluation der Verwaltungsreform im Forstbereich zahlreiche Sachverständige, Betroffene und Verbände angehört. Dabei hat sich gezeigt, dass sich die Verwaltungsreform 2005 bewährt habe. In Baden-Württemberg werde nicht nur über die Stärkung des Mittelstandes geredet, hier würden die kleineren und mittleren Unternehmen auch nach Kräften unterstützt. Dies gelte auch für die stark mittelständisch geprägte Sägeindustrie im Land. D

ie Landesforstverwaltung berücksichtige die bestehenden Strukturen und stelle eine nach Kundengruppen optimierte Holzvermarktung sicher. Dabei würden sowohl die Interessen des Mittelstandes als auch die der Großunternehmen berücksichtigt. Langfristige Lieferzusagen über die aus dem Staatswald verfügbaren Mengen hinaus – wie von der Firma Pollmeier verlangt – könnten jedoch aus rechtlichen Gründen nicht abgegeben werden, weil das Land nicht über kommunale und Privatwälder verfügen könne.

Das Land könne aber unter Beachtung des geringen Staatswaldanteils (24 Prozent der Waldfläche) und bestehender Lieferbeziehungen nicht das Risiko für die Versorgungssicherung des geplanten Werkes in Heimsheim übernehmen, weil mehr als Dreiviertel des Waldes den Kommunen und privaten Eigentümern gehören.