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Der Sicherheitsabstand ist weiterhin gültig. Die Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen im öffentlichen Leben haben eine Grenze. Wird der Grenzwert überschritten, können die Maßnahmen wieder verschärft werden.  Foto: dpa 

Region meistert Corona-Warnschwelle ganz klar – bis zum nächsten Massenausbruch

Enzkreis/Pforzheim/Kreis Calw. Die Lockerungen bei den Corona-Beschränkungen im öffentlichen Leben haben eine Grenze. Wie berichtet, haben Bundeskanzlerin und Länderchefs festgelegt, dass der Gesundheitsschutz und seine Regelungen in Kreisen und Kommunen sofort wieder verschärft werden, wenn es dort binnen einer Woche über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt. Was das für die Region bedeutet, hat die PZ durchgerechnet. Ergebnis: Nimmt man die Entwicklung der vergangenen Woche, haben der Enzkreis, Pforzheim und der Kreis Calw diese Hürde locker gemeistert.

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Im Enzkreis mit seinen 198.905 Einwohnern waren es seit dem 1. Mai 34 neue Coronafälle – bei 99 läge die kritische Grenze. Auch im Kreis Calw war man mit 26 Neuinfektionen (Stand Freitag, 18 Uhr) weit weg von der Warnschwelle bei 79. Am knappsten war es noch in Pforzheim, wo es bei 62 neuen Fällen kritisch würde. 37 waren es vergangene Woche.

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Allerdings: Wie schnell das anders sein könnte, hat sich vor zwei Wochen gezeigt. Damals haben durch Reihentests bei Müller Fleisch und in einige Altenheimen zwei Tage genügt, um den Warnwert für Enzkreis und Pforzheim zusammen zu überschreiten. Extreme einzelne Ereignisse wie der Massenausbruch bei dem Lebensmittelunternehmen können die Statistik schnell verhageln. Immerhin: Erste Beispiele zeigen, dass auch in solchen Fällen Spielräume bleiben und nicht automatisch die Lockerungen für alle wieder kassiert werden müssen. Der thüringische Landkreis Greiz, der zunächst als einziger bundesweit die Schwelle überschritten hatte, will nicht zurück zu Einschränkungen für alle, sondern setzt auf gezielte Maßnahmen. Das lässt das Bund-Länder-Konzept bei klar eingrenzbaren Schwerpunkten zu.

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Umstritten ist der Schwellenwert für die Lockerungsnotbremse bundesweit dennoch. Manche Experten halten den Wert für zu hoch angesetzt, um es den Gesundheitsämtern vor Ort zu ermöglichen, die Neuinfektionen konsequent nachzuverfolgen und mit Maßnahmen einzudämmen. Der Deutsche Landkreistag hatte begrüßt, dass Verantwortung und Heft des Handelns auf die kommunale Ebene wechseln.

Alexander Heilemann

Alexander Heilemann

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