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Ein Feuerwehrmann zerkleinert in Ebstorf (Niedersachsen) einen umgestürzten Baum. Foto: Philipp Schulze
Ein Feuerwehrmann zerkleinert in Ebstorf (Niedersachsen) einen umgestürzten Baum. Foto: Philipp Schulze © dpa
14.09.2017

Region von Sturmfolgen verschont - Zahlreiche Bahn-Probleme

Pforzheim/Enzkreis. Nach dem ersten großen Herbststurm des Jahres müssen Pendler im Berufsverkehr in Norddeutschland auch am Morgen noch mit den Folgen kämpfen. Nach Angaben der Deutschen Bahn sind im Norden weiterhin vier Strecken gesperrt, auf einigen weiteren waren nur einzelne Gleise befahrbar. In Pforzheim und im Enzkreis gibt es außer einiger umgestürzter Bäume und herabgefallener Äste und einem aktuellen Wasserschaden in einem Supermarkt an der Büchenbronner Straße in Pforzheim nichts Besonderes zu vermelden.

Durch eine undichte Stelle im Flachdach des Supermarkts war Wasser in das Gebäude gedrungen. Auch in einem Gebäude in der Pforzheimer Innenstadt war Wasser durchs Flachdach gedrungen und hatte eine Deckenplatte auf einen dann nass gewordenen Schreibtisch stürzen lassen. Ansonsten musste die Feuerwehr in der Nacht und am Donnerstagmorgen nur kleine Bäume und große Äste von der Straße ziehen. Auch die Polizei vermeldete am Donnerstagmorgen für den Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe außer Wasser auf einigen Straßen keine besonderen Ereignisse.

Für den Mittwoch hatte der Deutsche Wetterdienst für Pforzheim und die Region eine amtliche Warnung vor starken Sturmböen herausgegeben – und prompt fielen in der Goldstadt die ersten Bäume und Äste auf die Straße. Wie zum Beispiel auf dem Wartberg, wo große Äste den Weg zum Wartturm versperrten. Wegen eines auf der Fahrbahn liegenden Baumes und heruntergefallener Äste war die L340 zwischen Eyachmühle und Dobel am Mittwoch zwischen 13 und 13.20 Uhr zunächst einseitig und anschließend bis 14.50 Uhr voll gesperrt. Das ganz große Chaos in der Region blieb aber aus.

Derweil warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Donnerstag vor Unwettern im Südwesten Deutschlands. In den Morgenstunden könnte es im südlichen Hessen, in Teilen Baden-Württembergs, in Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu Dauerregen mit Hochwasser, Überschwemmungen und Erdrutschen kommen.

Ein umgestürzter Baum hat die Bahnstrecke bei Emmendingen in Baden-Württemberg lahmgelegt. Nach Angaben der Bundespolizei fiel der Baum am Donnerstagmorgen auf die Oberleitung. Die Rheintalstrecke nördlich von Freiburg wurde in beiden Richtungen für Stunden gesperrt. Verletzt wurde niemand. Die Züge stoppten rechtzeitig. Züge von Norden wenden laut Bundespolizei nun in Emmendingen, von Süden in Denzlingen. Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Auch in Waldkirch blockierte ein Baum die Bahnstrecke. Unwetter und Starkregen sollen die Bäume entwurzelt haben.

Nördlich vom nun betroffenen Abschnitt ist die Rheintalstrecke seit dem 12. August wegen einer Baupanne gesperrt. Betroffen ist dabei der hochfrequentierte Teil zwischen Rastatt und Baden-Baden.

Orkantief „Sebastian“ war am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern über Deutschland gezogen. Etliche Bäume wurden entwurzelt, Baugerüste umgeworfen. Im Hochsauerlandkreis fiel eine 20 Meter hohe Fichte auf einen 53-jähriger Mann, der dabei tödlich verletzt wurde. In Hamburg wurde ein Mann von einem umgestürzten Baugerüst getroffen und starb. Am späten Mittwochabend setzte eine Sturmflut den Fischmarkt im Stadtteil St. Pauli unter Wasser.

Die Bahn sowie der private Anbieter Metronom rechneten auch am Donnerstag mit Verspätungen bei vielen Verbindungen. Die Strecken Hamburg-Flensburg (RE7), Kiel-Husum (RE74), Kiel-Rendsburg (RB75) und Lübeck-Puttgarden (RB85) blieben zunächst gesperrt.

Engpässe gab es am Donnerstagmorgen zudem auf den Strecken Bremen-Oldenburg und Bremen-Norddeich, teilte ein Sprecher der Bahn mit. Da etwa in der Nähe von Delmenhorst nicht alle Gleise befahrbar seien, komme es dort auch zu Verspätungen für den Fernverkehr. Auch Verbindungen von und nach Rostock waren von den Sturmfolgen betroffen. Der Betreiber Metronom teilte am Mittwochabend mit, dass zwischen Hamburg und Stade sowie zwischen Stade und Cuxhaven kein Zugverkehr möglich sei. Auf den weiteren Strecken sei mit Verspätungen zu rechnen.

„Sebastian“ zog in der Hansestadt zudem Einschränkungen im U- und S-Bahnverkehr nach sich. In Berlin rief die Feuerwehr am Mittwochnachmittag wegen der vielen wetterbedingten Einsätze für knapp zwei Stunden den Ausnahmezustand aus.

Zu etlichen Feuerwehreinsätzen kam es auch in Ostfriesland und in Bremen. An der Nordsee fielen viele Fährverbindungen aus. Zuvor hatte „Sebastian“ bereits die Niederlande erreicht. Am Amsterdamer Flughafen Schiphol wurden zeitweise Start- und Landebahnen geschlossen.

Die Bahn setzte nach eigenen Angaben Hunderte Mitarbeiter ein, um die Sturmschäden zu beseitigen. So mussten Bäume von den Gleisen geräumt und beschädigte Oberleitungen repariert werden. Für gestrandete Passagiere stellte die Bahn Hotelzüge in den Bahnhöfen von Bremen, Dortmund, Hamburg und Hannover bereit. Dort konnten Reisende übernachten. Das Technische Hilfswerk habe Decken organisiert, sagte ein Bahnsprecher. Außerdem seien die Reisenden mit Suppen und Getränken versorgt worden.