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Weitaus mehr Geld wird die Brücke in der Singener Marktstraße die Gemeinde kosten: Erstens sind mehr Arbeiten nötig als gedacht. Zweitens fällt ein ursprünglich angedachter Landeszuschuss sprichwörtlich ins Wasser. Foto: PZ-archiv, zachmann
Weitaus mehr Geld wird die Brücke in der Singener Marktstraße die Gemeinde kosten: Erstens sind mehr Arbeiten nötig als gedacht. Zweitens fällt ein ursprünglich angedachter Landeszuschuss sprichwörtlich ins Wasser. Foto: PZ-archiv, zachmann
Für die Sanierung des Freibads in Wilferdingen – hier eine Aufnahme von 2012 – liebäugelt die Gemeinde mit einem Zuschuss in Höhe von 1,44 Millionen Euro. Foto: Ketterl
Für die Sanierung des Freibads in Wilferdingen – hier eine Aufnahme von 2012 – liebäugelt die Gemeinde mit einem Zuschuss in Höhe von 1,44 Millionen Euro. Foto: Ketterl
17.08.2018

Remchingen ringt um Finanzspritzen: Warum die Gemeinde Sanierungskosten selbst tragen muss

Remchingen. Die Gemeinde will bei der Freibad-Sanierung eine Millionenhilfe vom Bund. Die alte Brücke in Singen wird dagegen nun aus eigener Tasche bezahlt.

Der grobe Fahrplan für die dringende Sanierung des Schlossbads in Wilferdingen steht: Im Juni einigte sich der Remchinger Gemeinderat darauf, die Arbeiten auf die Zeit nach der Saison 2019 zu verschieben. Dem Badespaß steht damit auch im nächsten Jahr nichts im Weg. Unklar ist nur noch die Finanzierung. Die Gemeinde möchte Bundesmittel in Höhe von 1,44 Millionen Euro abgreifen – immerhin 45 Prozent der Gesamtkosten von 3,2 Millionen Euro. Der Versuch, für die Sanierung der Natursteinbrücke in der Singener Markstraße ebenfalls Zuschüsse zu erhalten, ist vom Rat dagegen nun endgültig verworfen worden. Die Gemeinde wird die bisher veranschlagten Kosten von rund 340.000 Euro somit selbst stemmen müssen.

Grund sind die Vergabekriterien des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe. Für einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent verlangte die Behörde eine Statikprüfung der denkmalgeschützten Brücke. Doch die konnte und will die Gemeinde mit dem jetzigen Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats nicht liefern.

Man habe zwar Grabungen bis zu fünf Metern Tiefe durchgeführt, um die Statik der Brücke überprüfen zu können, sagte Bauamtsleiter Markus Becker in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Das dafür nötige Fundament des rund 150 Jahre alten Bauwerks habe man jedoch trotzdem nicht ausfindig machen können. Als Ausweg aus der Misere habe das zuständige Ingenieurbüro eine sogenannte Probebelastung ins Spiel gebracht, so Becker weiter. Das Verfahren könne der Brücke jedoch zusätzlich schaden und die Kosten der Sanierung damit weiter in die Höhe treiben. Zudem sei der Gemeinde auch damit der Zuschuss des RP nicht sicher, teilte Becker den Räten mit.

Diese sprachen sich daraufhin bei drei Gegenstimmen – allesamt aus der Fraktion der Freien Wähler –, sowie einer Enthaltung von Helga Zachmann (CDU) für die sofortige Sanierung der Brücke aus – ohne erneut beim Land um finanzielle Unterstützung zu bitten.

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